Elektronenmikroskopische Untersuchungen über den Aufbau kräftig entwickelter Cuticulae von Apfelfrüchten

Friedrich Hilkenbäumer
1958 Zeitschrift für Naturforschung. B, A journal of chemical sciences  
Mit Hilfe der Ultramikrotom-Technik ist es möglich geworden, kräftig ausgebildete pflanzliche Cuticulae z. B. von Früchten zahlreicher Apfelvarietäten, die infolge ihrer Dicke elektronenmikroskopisch nicht mehr ausreichend durchstrahlbar sind, in ihrer submikroskopischen Struktur ohne Isolierung von der Epidermis aufzuklären. Dieses Verfahren setzt jedoch voraus, daß eine gute Kontrastierung der an Eigenkontrast armen Cuticula erzielt wird. Durch die Verwendung von Osmiumtetroxyd zur Fixierung
more » ... ird eine hohe Kontrastwirkung erreicht und damit gleichzeitig ein Einblick sowohl in den submikroskopischen Aufbau der Cuticula, als auch in die topographische Verteilung jener Cuticulasubstanzen vermittelt, die ungesättigte Doppelbindungen enthalten. Die stark entwickelte Fruchtcuticula verschiedener Apfelvarietäten weist eine deutliche submikroskopische Feinstruktur in Form einer vielfachen periklinal verlaufenden, lamellenartigen Schichtung auf. Cuticulakomponenten mit ungesättigten Doppelbindungen erscheinen im elektronenoptischen Bild als distinkte, durch schwarze "Tingierung" stark kontrastierende Fleckchen, als diffuser firnisartiger Überzug und als Bestandteile einzelner Schichten. Im Gegensatz zu lichtmikroskopischen Befunden scheint die Cuticula nicht kompakt, sondern durch Lacunenbildung aufgelockert zu sein. Die Realität der Lacunen wird diskutiert. Eine native Porosität der Cuticula von Apfelfrüchten konnte nicht beobachtet werden.
doi:10.1515/znb-1958-1008 fatcat:t4sfzmsjrrbqfa2kzh2njypf6i