Hat PISA die Schulen besser gemacht? [chapter]

Petra Stanat, Hans Anand Pant
2014 Empirische Bildungsforschung  
Einleitung Birgit Spinath Seit sich Deutschland flächendeckend an den internationalen Schulleistungsuntersuchungen beteiligt, was erst sehr spät, nämlich 1995 der Fall war, werden die Ergebnisse von Studien wie TIMSS und PISA in den Medien berichtet und kommentiert. Da fast jeder ein Interesse daran hat, dass Schulen gute Arbeit leisten, werden die Ergebnisse dieser Studien in der Öffentlichkeit wahrgenommen und diskutiert. Die Bildungspolitik wird an den Ergebnissen gemessen und begründet
more » ... und begründet Entscheidungen über Reformen mit Rückgriff auf diese Studien. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern sind ganz unmittelbar mit den Auswirkungen dieser Reformen konfrontiert und haben nicht selten Zweifel an der Sinnhaftigkeit der eingeleiteten Maßnahmen. Manche Kritik wirft den Schulleistungsuntersuchungen vor, sie hätten die Schulen nicht nur nicht besser, sondern sogar schlechter gemacht. Um diese und weitere kritische Sichtweisen auf internationale Schulleistungsuntersuchungen unter die Lupe zu nehmen, werden im Folgenden eine Bildungsforscherin und ein Bildungsforscher befragt, die an solchen Studien und der damit verbundenen Beratung der Bildungspolitik maßgeblich mitwirken. Prof. Hans Anand Pant und Prof. Petra Stanat leiten gemeinsam das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin. Das Institut wurde in Reaktion auf das schlechte Abschneiden von Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen bei den internationalen Schulleistungsuntersuchungen von der Kultusministerkonferenz (KMK) eingerichtet. Es hat die Aufgabe, die Bundesländer bei der Qualitätsentwicklung und -sicherung im allgemeinbildenden Schulsystem zu unterstützen. Zu diesem Zweck überprüft das IQB das Erreichen der Bildungsstandards, trägt zur Implementierung derselben bei und betreibt entsprechende empirische Bildungsforschung. Sowohl Prof. Pant als auch Prof. Stanat sind seit mehreren Jahren mit internationalen Schulleistungsuntersuchungen befasst und im ständigen Austausch mit politischen Entscheidungsträgern. Obwohl beide einen psychologischen Hintergrund haben, ist ihre jetzige Ausrichtung mit dem Begriff der empirischen Bildungsforschung besser umrissen. Ihre Arbeit am IQB betreffend publizieren die beiden zu Fragen der Qualitätssicherung im Schulsystem (z. B. Pant und Stanat, 2013) sowie zum Stand der Kompetenzen deutscher Schülerinnen und Schüler (z. B. Stanat et al., 2012).
doi:10.1007/978-3-642-41698-9_2 fatcat:3bfa4ghl35aojgt72n5vs2gcya