Von den Bulus genutzte wildwachsende Pflanzen des Sudkameruner Waldlandes

J. Mildbraed
1913 Notizblatt des Königl botanischen Gartens und Museums zu Berlin  
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more » ... hen Gartens und Museums zu Berlin. This content downloaded from 185.2.32.109 on Sun, 15 Jun 2014 09:35:53 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions Notizblatt des Konigl. botanischen Gartens und Museums zu Berlin-Dahlem (Post Steglitz), sowie der botanischen Zentraistelle fir die deutschen Kolonien. Appendix XXVII. Ausgegeben am 11. Oktober 1913. Abdruck einzelner Artikel des Notizblattes an anderer Stelle ist nur mit Erlaubuis des Direktors des botanisehen Gartens zulassig. Ausziige sind bei vollsta-ndiger Quellenangabe gestattet. Yon den Bulus genutzte wildwachsende Pflanzen des Sudkameruner Waidlandes. Von J. Mldbraed. Die den folgenden Ausfiihrungen zugrunde liegenden Aufzeichnungen sammelte ich auf einem Marsch durch Siid-Kamerun von Molundu bis Kribi wahrend der zweiten wissenschaftlichen Afrika -Expedition des HERZOGs ADOLF FRIEDRICH ZU MECKLENBURG 1911. Meine Gewiihrsmiinner waren Traiger und Triigerfiihrer aus den Bezirken Ebolowa und Sangmelima, die mich wiihrend der ganzen Reise begleiteten! deren Angaben ich also wiederholt kontrollieren konnte. Da auf dieser Expedition die botanisch-systematisehen und pflanzengeographischen Aufgaben bei weitem im Vordergrund standen und die zur Verfiigung stehende Zeit recht besehriinkt war, so darf es nicht wundernebmen, wenn diese Notizen noch sehr der Vervollstindigung beduirfen. Bei ibrer Abfassung war in erster Linie der Gedanke bestimmend, daB die Art, wie die Eingeborenen die Erzeugnisse des ,wilden Waldes" verwenden, Fingerzeige auch fur ihre Nutzbarmachung durch den Europaer geben konnte. Weiter mochten diese Zeilen eine Anregung und Anleitung fur die im Schutzgebiet ansiissigen Herren sein , das hier Gebotene nachzupruifen und zu erg'anzen und auch bei anderen Stiimmen I This content downloaded from 185.2.32.109 on Sun, 15 Jun 2014 09:35:53 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions -2ahnliche Notizen zu sammeln. Sehr wiinschenswert ware es z. B., wenn die Herren Regierungsiirzte den medizinisch verwandten Gewiichsen ihre Aufmerksamkeit zuwenden wollten. Wenn es auch von vornherein wahrscheinlich ist, daf den meisten eine spezifische Heilwirkung nicht zakommt, so ist es doch andererseits keineswegs ausgeschlossen, daB sich wirklich wertvolle Mittel darunter befinden. Auch die Beschaffung der fur die chemische Untersuchung n5tigen Mengen von Rinden, Blattern usw. kann nur durch die Vermittelung der in der Kolonie ansassigen Herren erfolgen; der Sammler, der schnell durch das Land reist, ist meist nicht in der Lage, das Material in dem erforderlichen Quantum mitzunehmen, sorgfiiltig zu trocknen usw. Diese Aufzeichnungen sind also in erster Linie fur Nicht-Botaniker bestimmt, daher sind auch die Pflanzen nicht nach dem System, sondern nach ihrer Verwendung angeordnet und erst am SchluB wird eine kurze TUbersicht gebracht, die es dem Botaniker ermoglicht, die hier erwiihnten Gewiichse schnell aufzufindeni. Fur Laien sind auch die kurzen Beschreibungen berechnet, in denen Fachausdriicke nach Moglichkeit vermieden sind; sie sollen den Europaier drauBen in den Stand setzen, festzustellen, ob ein Eingeborener ihm dasselbe bringt, was hier gemeint ist, wenn er ihn unter Nennung eines heimischen Namens auffordert, eine bestimnmte Pflanze zu zeigen. Bei der Feststellung der Eingeborenen-Namen war die mangelhafte Kenntnis der Sprache dem Verf. hinderlich, andererseits aber bewahrte ihn die Kenntnis der Pflanzen vor mancher Tauschung, der ein Laie, dessen Blick nicht geiibt ist in der Unterscheidung der gerade im tropischen llochwald so verwirrenden Formenfille, gar zu leicnt ausgesetzt ist. Diese Tiiuschung seitens der Eingeborenen durch Angabe falscher Namen beruht teils auf MiBtrauen gegen den Europiier, teils auch auf ungeniugender Kenntnis, denn durch das Eindringen der europiiischen Kultur und namentlich durch den zersetzenden EinfluB des Karawanenlebens haben die Neger schon vielfach den Zusammenhang mit der Umwelt ihrer Heimat verloren; mancher junge Triiger hat kaum noch teil an den Kenntnissen der Jiiger oder gar der alten MedizinmAnner. Hiiufig glaubt der Eingeborene auf eine Frage des WeiBen auch fur ihm unbekannte Dinge einen Namen nennen zu miussen, und der Reisende kann schon sehr zufrieden sein, wenn er seine Begleiter soweit hat, daB sie es ehrlich sagen, wenn sie eine Pflanze nicht kennen. Dazu bringt er sie aber, wenn er selbst die Arten unterseheiden und ihnen z. B. sagen kann: "Gestern hast du mir ja fuir denselben Baum einen ganz anderen Namen genannt" oder "an dem Bach soundso hast du mir ja unter demselben Namen einen ganz anderen Baum gezeigt". Um zu sicheren Ergebnissen zu kommen, ist This content downloaded from 185.2.32.109 on Sun, 15 Jun 2014 09:35:53 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions 3es absolut notwendig, unter seinen stiindigen Begleitern mehrere Ge-wThrsminner immer und immer wieder unabhaingig voneinander nach den gleichen Pflanzen zu fragen; dabei stellt es sich dann zuweilen auch heraus, daB tatsichlich eine Art versohiedene Namen hat oder daB mehrere Arten unter der gleichen Bezeichnung zusammengefaft werden, ganz wie in Deutscbland auch. Was die Schreibung der Namen angeht, so glaubte ich mit den gewohnlicben Buclstaben in Verbindung mit den bekannten Zeichen fur Betonung ('), Lange (-) und Ktirze 0) auskommen zu kbnnen. Ganz allgemein bemerke ich noch, daB in den Endungen -ang, -ing, -ong, -ung das g nicht deutlich ausgesprochen wird, sie klingen vielmehr wie "deutsch" ausgesprochene franz6sische Nasale. Dal die Namen gerade in der Bulu-Sprache aufgezeichnet werden konnten, ist deswegen wertvoll, weil dieser volkreiche Stamm weite Strecken des Siidkameruner Waldlandes bewoint und weil auch die Idiome der anderen Stimme der Pangwe-Gruppe z. T. nur mundartlich versohieden sind, so daB also viele B3ulu-Namen von Jaunde bis weit nach Gabun hinein und von Kampo bis iiber Akoafim hinaus verstanden werden diirften. AuBerdem sind aber Bulus und Jaundes in Siidkamerun als Triiger, Arbeiter oder Soldaten auch auBerhalb der Pangwe-Grenzen uberall zu treffen, so daB es sich leicht feststellen liBt, ob ein in diesem Verzeichnis aufgefiibrtes Gewiichs z. B. bei Molundu oder bei Dume vorkommt. Ferner wurden neben den eigenen Aufzeicbnungen auch nach Moglichkeit die im Berliner Herbar bei den betreffenden Pflanzen befindlichen Notizen anderer Kameruner Sammler und die Eingeborenen-Namen in anderen Sprachen beriicksichtigt. Anspruch auf Vollstiandigkeit machen diese Notizen nicht; um sie zu erreichen, wiire ein viel liingerer Aufenthalt im Stammesgebiet der Bulus und die Beherrschung ihrer Sprache notwendig gewesen. Die Kulturpflanzen sind bier nicht beriicksichtigt; ihr Studium hatte zuim Verweilen in den am reichsten angebauten Landstrichen gen6tigt, withrelnd Verf., bei dem die systematisch-pflanzengeographischen Interessen in erster Linie standen, die ohnehin schon kurze Zeit im Bululand den wenigen noch erbaltenen Strecken des nproper bush" oder ,strong bush", also des primaren Waldes, zuwenden muBte. Auch hat die Unterscheidung der zahlreichen Formen der Kulturgewibchse sich in erster Linie auf eine genaue Beschreibung der lebenden Pflanze zu stiitzen, da die Untersohiede an getrocknetem Material sich oft so verwischen, daB wenig damit anzufangen ist; die umfangreiche Sammelausriustung des Verf. und die Kenntnis der Systematik hatten sich also wenig nutzbar erwiesen. Den im Lande ansussigen Beamten, Missionaren und Kaufleuten offnet sich dagegen bier ein weites Feld anregender 1* This content downloaded from 185.2.32.109 on Sun, 15 Jun 2014 09:35:53 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions 4-Betitigung. Es gilt die Namen der einzelnen Rassen durch immer wiederholtes Befragen versobiedener Gewibrsmiinner einwandfrei festzustellen, die Unterschiede, die der Europiier zunicbst oft gar nicht erfassen kann, sich zeigen zu lassen, sorgfiltig zu notieren und womoglich durch Skizzen zu veranschaulichen sowie Aufzeichnungen iuber Giite der Produkte, Ertragfahigkeit, versechiedenes Verhalten in der Kultur zu machen und dariuber binaus dann vielleicht nach Feststellung der besten Rassen durch bewuBte Zuchtwahl zur Hebung der landwirtschaftlichen Produktion der Eingeborenen beizutragen. DaB auch Herren, die keine Botaniker oder Landwirte sind, auf diesem Gebiet ausgezeichnetes leisten k6nnen, das zeigt die vorbildliche Arbeit des Oberleutnants GAISSER in Mitt. a. d. Schutzgeb. 25. Bd. (1912) 4. Heft fiber "Die Produktion der Eingeborenen im Bezirk Sokod6-Bassari". Einen Punkt will ich noch ausdrficklich hervorheben. IJrspriinglich glaubte ich bei der Zusammenstellung dieser Notizen auch den Etbnographen einen Dienst erweisen zu konnen. Dieser Zweck ist nun aber inzwischen in weit vollstiindigerer Weise durch das ausgezeichnete Werk "Die Pangwe" von TESSMANN erreicht worden. fier ist namentlich auch die Art der Herstellung der Gebrauchsgegenstiinde aus dem Rohmaterial in ersch6pfender Weise dargestellt, wiihrend es mir in erster Linie darauf ankam, die botanische Zugehorigkeit dieses Materials festzustellen, und dabei vorwiegend solche Stoffe zu beruicksichtigen, die auch in irgend einer Weise fur die Nutzung durch den Europiaer in Betracht kommen konnten. Eine Zeitlang schwankte ich, ob ich nach dem Erscheinen von TESSMANNS mustergiiltiger Monographie nicht eine Veroffentlichung meiner Aufzeichnungen ulberhaupt unterlassen sollte; ich sagte mir aber schliellicb, daB gerade bei derartigen Angaben eine Bestiatigung durch andere Reisende von Wert ist. Ferner ist auch der Gesichtspunkt, von dem ich ausging, ein etwas anderer als der rein ethnographische TESSMANNS und dann sind in seinem Buche hiiufig die Pflanzen ohne Beschreibung neben den Pangwe-Namen nur mit der botanischen Bezeichnung aufgefiihrt, und mit dieser allein kann der Nichtfachmann gar nichts anfangen. Sind nun aber deswegen die von Laien so oft bespittelten ,lateinischen" Namen und die Herbarien fiir die Praxis wertlos? Vielleicht helfen die folgenden Aufzeichnungen ein wenig mit, diese weit verbreitete Anschauung ad absurdum zu fiihren. flier sind bei vielen Pflanzen die Namen aus mehreren Eingeborenen-Spracben angefuihrt, bei einigen ist auf ihre Verwendung in Togo usw. hingewiesen. Was ist nun aber das Gegebene, auf das alle diese Namen bezogen werden konnten, das allein die Feststellung ermoglichte, daB die versebiedenen Bezeichnungen sich auf dasselbe Gewichs beziehen? Einzig und allein This content downloaded from 185.2.32.109 on Sun, 15 Jun 2014 09:35:53 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions This content downloaded from 185.2.32.109 on Sun, 15 Jun 2014 09:35:53 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions This content downloaded from 185.2.32.109 on Sun, 15 Jun 2014 09:35:53 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions This content downloaded from 185.2.32.109 on Sun, 15 Jun 2014 09:35:53 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions -10 -3 viel kleineren dreieckigen nur etwa 2,5 mm langen inneren Blumenbliittern. Die Staubund 1F'ruchtbliitter sind nur etwa 1 mm lang. Die Friichte bestehen aus mehreren kurz und sehr dick gestielten rundlichen h6ckerigen Einzelfriichten auf gemeinisamem Fruchtstiel, die einsamig oder auch zweisamig und dann zwischen den Samen etwas eingeschniirt sind. Die Rinde wird zu lauswiinden, hiufiger aber noch zur Anfertigung von Tragriemen fur die "Kingas", die Traggeriiste, verwendet. Cleistopholis Klaineana Pierre, ebenfalls "afwom" genannt, unterscheidet sich durch kiirzer gestielte, aber meist liingere und am Grunde abgerundete Bliitter und vor allem durch die kiirzeren (7 bis 8 mm) und breiteren (3-4 mm) auBeren Blumenbliitter. Verwendung der Rinde wie oben angegeben. Diese zuerst aus Gabun beschriebene Art babe ich bei Molundu mehrfach beobachtet. Pachypodanthium Staudtii Engl. et Diels. (Anonaceae) " ntumu, untom ". Mittlerer bis sehr groBer Baum mit rundem glattem Saulenstamm. Aste namentlich in der Jugend sehr regelmaiBig, wagerecht abstehend, in einer Ebene verzweigt, scheinbar zweizeilig beblittert. Bliitter mehr oder minder hiingend, sehr kurz gestielt, fast sitzend, an den b]iihenden Zweigen 15-30 cm lang und nur 2,5-6 cm breit, an den lang fortwachsenden Hauptzweigen namentlich bei jungen Biiumen noch lringer, auf der Oberund Unterseite anniihernd gleich gefirbt, etwas glinzend. Bliiten ziemlich groB, zu mehreren in den Achseln meist abgefallener Blatter, spiter an Kurztrieben. 3 Kelchblitter mit graugrilnem kurzem Filz aus Sternhaaren bekleidet. Blunmenblitter, in der Knospe dachig sich deckend, 3 iauBere und 3 iinnere, weiBlich. Pachypodanthiuni confine (Pierre) Engl. et Diels. Unterscheidet sich dadurch, daB die Blatter auf der Unterseite mit einem ganz kurzen weiBlichen Filz bekleidet sind. Bezeichnung und Verwendung bei beiden Arten gleich. Die Rinde ist frisch stark aromatisch. Xylopia aethiopica (Dun.) A. Rich. (Anonaceae)nokdlla", " ojang" nach TESSMANN bei den Ntum, "ogana" nach PIERRE in Gabun. Mittlerer bis ziemlich groBer Baum mit hohem glattem Saiulenstamm und wenigstens in der Jugend etwas pyramidenf6rmiger Krone. Blatter derb lederig, kurz und kraftig gestielt, langlich-elliptisch, am Grunde etwas keilf6rmig verschmiilert, an der Spitze mehr oder weniger zugespitzt, mit zuweilen deutlich abgesetzter, ziemlich langer Spitze, meist etwa 10 cm lang und 4 cm breit, unterseits blaugriin. Die 3 kurzen, breiten dreieckigen Kelchzhbne sind am Grunde becherformig verwachsen. Die Blumenbliitter, 3 innere und 3 iiauBere, sind linea]isch, 4-5 cm lang und nur etwa 3 mm breit, am Grunde l6ffelartig verbreitert und aus- This content downloaded from 185.2.32.109 on Sun, 15 Jun 2014 09:35:53 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions This content downloaded from 185.2.32.109 on Sun, 15 Jun 2014 09:35:53 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions -15 hochentwickelte "Eakenklimmer", die ihre einem unterirdischen Wurzelstock entspringenden, oft auBerordentlich langen diinnen Stengel in der Weise in die Hohe treiben, daB sie sich mit langen Peitschen oder GeiBeln, die riickwiirts gekriummte Dornen (umgewandelte Blattfiedern) tragen, in den Zweigen der Baume einhaken. Die Friuchte sind Schuppenpanzerfriichte wie bei den Raphia-Arten. Bei den meisten Arten ist die KlettergeiBel die Verliingerung des Blattes selbst, bei Calamus deerratus Mann et Wendl. "ending" allein hat das Blatt das Ansehen eines gewohnlichen Palmwedels, etwa wie bei einer kleinen Phoenix-Art, wiihrend die GeiBeln neben den Bliittern scheinbar aus dem Stamm, d. h. aus den Blattscheiden entspringen. Die iibrigen Arten, bei denen die Mittelrippe des Wedels sich zur KilettergeiBel verliingert, geh6ren den Gattungen Aneistrophyllumr, Eremospatha und Oncocalamus an. Bei Ancistrophyllum stehen Bliiten bezw. Friichte in einer groBen Rispe, die das Ende des ganzen Stammes bildet, bei den beiden tibrigen Gattungen erscheinen sie seitlich am Stamm in den Achseln der Wedel. Bei Oncocalamuus sind die Blitenstiinde am Grunde von Scheiden umgeben, bei Eremospatha fehlen diese, bei der letzten Gattung sind auBerdem die Stengel (d. h. die Blattscheiden) kahl, bei Oncocalamus sind sie wie auch bei Ancistrophyllum und Calamus mit Stacheln besetzt. Die Kenntnis dieser sch5nen und interessanten Gewiichse liiBt noch viel zu wiinschen iibrig, da das Einsammeln des zur Bestimmung erforderlichen Materials (auBer den Wedeln mit EndgeiBeln und besonders auich den Blattscheiden auch Bliiten und Fruchststiinde) mit gr6Beren Schwierigkeiten verbunden ist als bei anderen Pflanzen. Die Bliatter kann man iibrigens, ohne daB die Brauchbarkeit fur wissenscbaftlicbe Untersuchungen dadurch beeintriichtigt wird, mehrmals knicken, zu Biindeln zusammenschniiren und nachdem sie gut getrocknet sind, verschicken, sie lassen sich spilter wieder aufweichen und in die urspriingliche Form bringen; wiehtig ist immer, daB sich an den Wedeln noch die den eigentlichen Stengel umhiillenden Blattscheiden befinden. Auch gr6Bere Stiicke von Rotang-Palmen mit Bliiten-und Fruchtstinden und mehreren Bliittern lassen sich in Form liinglicher Biindel zusammengeknickt und -geschniirt ulid in Matten oder dergl. verpackt ohne erhebliche Schwierigkeiten versehicken, doch ist darauf zu achten, daB die BUndel gut ausgetrocknet sind, ehe sie eingepackt werden. Die Unterschiede einiger wichtiger Gattungen und Arten sollen noch in Form eines Schliissels zusammengestellt werden: A. Blatter ohne EndgeiBeln, die KlettergeiBeln entspringen aus den Blattscheiden (scheinbar aus dem Stamm) Calamus deerratus Mann et Wendl., "ending". This content downloaded from 185.2.32.109 on Sun, 15 Jun 2014 09:35:53 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions -16 -B. Blatter in KlettergeiBeln endend. I. Stamm (eigentlich die Blattscheiden) bestachelt. a) Bliutenstiinde endstindig, das Wachstum des Stengels abschliefend .. . . . . . Ancistrophyllum. * Bliitter sehr groB3, mit sehr zahlreichen schmalen, oft fast senkrecht herabhiingenden Fiedern, EndgeiBel nur mit grofen paarigen Widerhaken A. secundiflorum, "nk an". ** Bliitter viel kleiner, Fiedern wenig zahlreich, ungleich-maBig an der Blattspindel verteilt, breit, gegen den Grund keilf6rmig zugespitzt A. opacum, "amp h o b". b) Bliitenstiinde seitlich aus den Blattachseln entspringend, am Grunde von Scheiden umgeben .Oncocalamus. II. Stamm (Blattscheiden) ohne Stacheln, Bliitenstiinde seitlich entspringend, am Grunde obne Scheiden Eremospatha, "obok", "nlong". Das wertvollste Material fur Binde-und Flechtarbeiten, das einizige, das als "Stuhlrohr" in Betracht kommen kann, liefert "nlong". Mit Sicherheit als "nlong" bezeichnet wurde nur eine sebr eigentiimliche Art (oder Jugendform?) mit diunnem, einschliefBlich der Blattscheiden nur 1-1,5 cm dickem glattem Stengel; die Bliitter sind nicbt in zahlreiche Fiedern zerteilt, sondern nur oben "schwalbenschwanzartig" tief eingeschnitten, aus dem Einschnitt ragt als Verliingerung der Blattrippe die mit paarigen groBen Widerhaken besetzte Endgeifel hervor. Der Blattrand ist mit kurzen Stacheln besetzt. Meine Begleiter sagten mir, daB "nlong" immer diese Blatter habe. Da ich aber Bliiten oder Friichte nicht habe erhalten konnen, so bin ich nicht sicher, ob es sich nicht um eine Jugendform einer Art nandelt, die spiiter groBe Fiederblatter ausbildet (Eremospatha macrocarpa) und in diesem Zustand vielleicht eiien anderen Namen erhialt. Es scheint, daB "nlong" als Ersatz fur malayischen Rotang sehr wohl in Frage kommen kann; und wenn die eingesandten Proben von Kameruner Kletterpalmen bisher fur sehr minderwertig erkliirt worden sind, so liegt das z. T. daran, daB auch ganz ungeeignetc Arten (z. B. Ancistrophyllum secundiflorurn) eingesandt wurden, z. T. daran, daB das sog. Rohmaterial, das die Firmen aus Malesien beziehen, schon eine sorgfiiltige Aufbereitung erfahren hat, wiihrend die aus Afrika kommenden Rohre wirklich ganiz "roh" sind. Triumfetta cordifolia Guill. et Perr. var. tomentosa Sprague (Tiliaceae). -"okfing" (auch nach TESSMANN); "okong" auf Jaunde nach ZENKER, "wonge" auf Duala nach BtSGEN. GroBer, zuweilen mehrere Meter hoher krautiger Busch, auf alten Pflanzungen oft massenhaft. Bliitter langgestielt, oben und unten von einem ganz kurzen This content downloaded from 185.2.32.109 on Sun, 15 Jun 2014 09:35:53 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions
doi:10.2307/3994302 fatcat:vgd4vovmn5fvhalsvlmgbhpi4e