Ueber die Höhe von Bergen in Hindostan

Alexander von Humboldt
1817 Annalen der Physik  
Ueter die Hahe yon Bergen in Hindo/?nn, v o n A L E X A N D E R F r e i h e r r n v o n H U M B O L D T . (Nach d. Franz. frei bearbeitet rind mit Zufatren von Gilbert.) 9. Naclrricfrten yon den Meflingen. D i e Hahen yon Bergen, deren Gipfel nicht zu er-Reigen lind, mit Gcnauigkeit zu mell'en, hat vie1 Schwieriges, weil die Gegenden in der Niihe urn lie her,felbft fchon bedeutend hoch uber dem Meere liegen. Dcnn in der Regel find die.Plateous, auf welchen fich die Bergkctten erheben, zu weit
more » ... erheben, zu weit yon den KiiRen entfernt, als d a b fich ihre Hohe uber dem Spiegel des Meers durch Beobnchtung der prellions -M'inkel oder durch geometril'ches Nivel.. A c 2 1 liren beliirnmen liel'se, delier die M e l h n g t'aR jedes hohen Barges, ziim 'l'heil eirie hrometrilklie , ziim 'I'heil eine trigonoriietrifche iI't. Gnriz iu dcr h a h e tier zu rnelIkndeii Berggiprel, ili zwar d e r iinchtlicilige EiiifluL's der Strohlenbrecliuug weniger zii befiirchteii, als i n grokern Eiltfrrriungen, dn die €36lieti-\ViiikeI d a m griirser lind j Tehr rcltcn eignct lich aLer dort der Boderi zurn hle1I'en eirier Grundh i e . I)ie Holie des Standpnnkls tiller dcni Meere kann in diefern Falle leiclil eiii DriIlel o d e r klblt die €ldlfte d e r gaiizen UergliGlie betrageti. A u f dem Plateau von Ihpin i n Siidomerika, welclies Zuni Mell'en der lIiiticl des C/~irnbornzo g a n z heronders g d i i g liegt, erfctieint To Zuni Heirpiel die Spitze dielbs Bergs tiur noch uriter eiricm ZZiiIien-W i n k e l von 6" 404, und docli beLr;igt die IiGlie diefes Plnlean iiher d e r Sddl'ee 2ScjoMcter; voni Chiinborazo i12 es 30437 Meter, o d e r 816' 27" i m Uogen entfernt. I-litte icli ineirie Grundlinie 0111 L'ulke des Chirnborazo, i r r den diircli iliren rulkauifclien Siulen -Porpliyr beriihmteii Ehcnen von Sicspin gemenen, Ib wiirde die Grundlinie u b c r dem hleere eine H o h e v o n 3gooMeter, der durch g-eornetr*iIcheMittel bellirnrntr 'L'heil des llergs aher nnra63olLIeter FJijhe gehaht hahen. Da eo nun fehr vie1 fchwieriger ill, Barometer mil lich herurn zu trogeii, als \Viukei-meKer, fo pflegen lich Keilende eiitweder tlornit ZLZ begniigen, bloe die HGhe der Berggipfel iiher ein Plateau irigonometrirch zu rnefleri, qhrie van d e r Hohe dieles Plateau iiber dem Meere etmas zil ragan, * ) JI;l;l~&thkfch, [ oder wie ,die EnglHnder ihn khreibcn, Hindoo -CooJh 1 odrr Hindo -Kho ( Hike -Xouh , fihwur-Zer Berg, auf perlifch j 1icg.t ~veTtlicli voin lnclus in 540 5.5' bis 35C nihdl. Breite: er ifi der Indijchc Kuiikajiis dik Alten. V o n rincrn einzelricn Pic im Meridian von Kabzil ifi dicler Piame auf die s m z c Gehrgskette iibertragcn wordau. WeCtlich nncli Herat ZLI ( i r n I'urop~naiJUs) w i d dns Gebirgc niedriger. Dinach tlciu BaricLte des Lieulcnant M G c a r t i 1 e y [tlrr Lei tler eri~lilclien Gef:tndtfcliaft-E 1 p h i o li o n e 's nacll Kabul wn1.1 dcv I1irirl11-ICIII& (lie Griuze des ewigen Schoee weftlich' v o n 66" Linge niclrt nitlir rrreiclit, fo. kanu diefes \vveftliche Ende des Gebirgs lkeine &rGhere Ijbhs ale 'hiichfieps vou 3250 Meter Iinben. Y. H . . P **) Ileinalleh, fiimaleh, Hctrtrrmlrch ( der krnaus der Alten) ; (!.x \ i a I~r c Nnlire ik Iiiitrcla.ya , AufriLtAaIt drs Schntcs, (la iiu S;inrcrit himu Reif oder Sciinee (liinrarat fcimceig, d~liirccbuiitztud) uotl aloivo WoLnung, Aurentlialt Lel I e l l ;~n , v. .Tz* A!J l 4 1 'rheil> diel'es HimAlaya lieht man von den Ebenen yon Uengaleii aus, i n einem Abfiande voii 150 engl. BieiIen; e r muTs alfo wenigltens eine Hiihe von m a 0 Toifen u t e r dieren Ebeoen haben *). Der OberR C r a w f o r d khhatzte die Hiihe eines rehr hohen Pics in der Kette des, Himalaya, den man von Patnn **) aus erkennt, auf POOOO engl, Furs uber deli Ebenen von Nepaul; und diel'cn Ehemen gieht er eine Hohe von 5000 PuL iiber den] Meere; die Griiude aber, auf dsnen diefe erfie ilIell'ung eines Berges in dem Griinzgebirge Indiens berulit, ') Herr E l p h i n fi o n e gl:iubt, der Himalaya mii& his auf 250 eogl. Bleilen Abliand GcLtbar feyn ( Voyage t o callbul p. 95.); diefcs wurde aher, wennn man ihu vom Meere aus fahe die ungeheure Huhe von log00 nieter liber dem s i v e a u des Meeres vorausfctzen. Sieht man von der Sirahlenbrechung ab, ro knnn d e r Pic uuf Trnrr/Ju bei eincr W h a vgn igo4 Toifen aus einern Abfiaode im Rogen eines yrijfsten Kreifes von 10 57' 22", der Montblanc bei einer HiiLe von 2440 Toilen aus eiuem Bbfiande von 2.0 13' 1111, u n d der Chimborazo bei einrr Hiihe von 3550 Toifell cinem Abliancle yon za 35' 3 0 ' ' gefchon werden. Durch die mittlcre Strahlenbrechuns von 0,08 wird diefer Ahhand beim Chimborazo nur urn 14 engl. Meilen (bfilles) vergr6fsert. D a s auffdlleridfie Beifpiel von Sichtbarkeit eines Berges allS d e r Ferne, welcheo man his j e l z t kennt, gielJt der pic d e r Sandwich -Infeln , d e r den Namen Mownu -Roa rill,.tJ u n d den der Kapitan Ma 1' c h a n d verfichert PUS einer Eatfsrnung Ton 55 Lieues (zG 33') gefehen zu haben. y. H. **) n e r Haupikadt Balrars am Ganjes. Cilb haoe, f3gt diefer OR'icier, die Etitfernung mehrerer I'ehr holier BcrghGi-ncr (Pics) durch fich durclrkreuzende MeITungen ( 6y cro) bearings) t 1 bcliiruint, und den H a h e n -W i i i k e l , unter we1chc.m fie i o einem Abftande von 1 0 0 engl. Meileri erl'cliictien, niit einem Tlieodoliten io 30' gefunden; dieres giht liir fie lenkrechteHijhen von 20493 engl.FLtrsen. l h c h 1 5~s t fic~i in' ein e M~I I L "9, die a us ei tier To g ro~seti ~n tfernutig und mit To kleinen W'iukeln gemacht ilt, k(3in g r o h Zulraoeii retzen. Mein liiltruinent war indells fo gilt ndjultirt, dafs die Breite, welclie ich durch Seobnclitungen init den1 'I'heodolite ihnd, his auf zwei Minuten mit der zul'ammenl~iruirite, die der Sextatit gegebcn hatte. Die Ei~tfernurig murde aus einer Gruiidlinie von 45 engl. Meilen gel'chlolren. 6' EY war Ikhr zu wiinlchen, daCs-die Mdlien der i n Bagdad die -mittlere Temperalitr i m Mai Sia,C ftia Thermometer fiand aher, wenn nuch r'm Scbatteii , doch in dcr Straliliiirg ciner zu uniten Mailer. -In Egjpteri bar man bei Ombos, irn T h n l e der Griiber der Kuiiige, nntl bsi Edfou dds Tlierriiomeler i n Schatten auf 650 daucmd fieheii I'c1,r.n. lclr glaubc in den diirren Steppen yon CalaLozo beiuerkt zu habeti, d a b der in dei L u f t fehwrbrnde Sand grofseu Aritheil an der d o l t fchr liolien Tciuperntur der A t11djkire hat. Y . H . t) D,IS heirst walirfclrrinlich, durch WiokelmelILng von ver-Jcliiedcnen Stnndpuiikteii BUS, v o n denen z~e i ihrer Enlferniing naeb bckaimt oger genieren waren. Gllb. p a r a l l e l von NW. oach SO. Die ausgezeichnetfien Picr der Schneckette find die mit dem Namen Gangautri uqd Ja-
doi:10.1002/andp.18170560502 fatcat:amzxfsqip5d7zkt4fe6ejklkoi