Granularität als kognitiver Faktor in der adaptiven Wiederverwendung von Geschäftsprozessmodellen [article]

Oliver Holschke, Technische Universität Berlin, Technische Universität Berlin, Hermann Krallmann
2012
Geschäftsprozessmodelle als externalisierte Formen organisatorischen Wissens stellen wertvolle Designartefakte dar, wenn sie innerhalb betrieblicher Organisationen verteilt und in unterschiedlichen Prozessmodellierungsaufgaben effizient und effektiv wiederverwendet werden können. Da neue Prozessmodellierungsaufgaben in der Regel eigene Spezifika aufweisen, müssen wiederverwendete Prozessmodelle von Modellierern auf die jeweilige neue Modellierungssituation angepasst werden. Dabei kann der
more » ... hende Anpassungsaufwand so groß sein, dass die initialen Einsparungen durch die Wiederverwendung ausgeglichen und sogar überkompensiert werden. Die Bedingungen von Anpassungsaktivitäten im Rahmen der wiederverwendungsbasierten Prozessmodellkonstruktion verlangen daher nach einer genaueren Charakterisierung. Im Untersuchungsfokus steht die Granularität der verfügbaren Wiederverwendungsprozessmodelle, da diese, relativ betrachtet zu den Geschäftsprozessanforderungen, häufig auf unterschiedlichen Niveaus ausgeprägt ist und Modellierer deshalb vor verschiedene Herausforderungen hinsichtlich der notwendigen Anpassung stellt. Die Möglichkeiten der effizienten Anpassung sind besonders durch beschränkte kognitive Kapazitäten der Modellierer begrenzt, die häufig in Form von sogenannten Ankereffekten zum Ausdruck kommen. Die abgeleiteten Hypothesen nehmen im Kern eine signifikante Wirkung der Prozessmodellgranularitätsunterschiede an, welche – bedingt durch einen Ankereffekt – ihre Reflektion in charakteristischen Unterschieden der Adaptionsperformanz und semantischen Qualität der Modellierungsergebnisse findet. Es wird eine experimentelle Untersuchung durchgeführt, um die Hypothesen zu stützen. Das Experimentdesign entspricht einem zweifaktoriellen Experiment mit 3 x 2 Faktorstufenkombinationen der Faktoren Prozessmodellmodellgranularität und Anwendungsdomäne mit abhängigen Variablen Adaptionsperformanz und finaler semantischer Qualität der Modellierungsergebnisse. Die Hypothesen werden zum größten Teil unterstützt und legen eine s [...]
doi:10.14279/depositonce-3073 fatcat:5c4p7idbrngbliwj2c4wfbi4ra