Über die Formel des Chlorkalks

J. Mijers
1893 Zeitschrift für anorganische Chemie  
Herr LUNQE hat mich besonders verpflichtet durch giitige nbersendung eines Separat-Abdruckes des von ihm verfafsten und in dieser Zeitschrift erschienenen Angriffes auf meine Arbeit.' Er hat mich dadurch in den Stand gesetzt, baldigst nieine Bedenken gegen seine Einwendungen vorzubringen. Es wurde mich zu weit fuhren, wenn ich den Inhalt der wenigen Seiten, melche Herr LUNGE meiner Arbeit widmet, auf den Furs folgen wurde. Ich werde mich demnach auf die Haiiptsacheri beschranken. Ich habe, sagt
more » ... ken. Ich habe, sagt Herr LUNGE, drei Behauptungen aufgestellt, ohne dafiir "auch nur den leisesteu Versuch eines Beweises, geschweige denn einen solchen Beweis selbst" zu geben. Diese drei Satze sind 1. der Chlorkalk ist nicht identisch mit der zuerst von Herrn LUNGE erhaltenen bleichenden Verbindung ; 2. den1 Chlorkalk koinrnt die Formel C1, = Ca = (OH)" der genannten "bleichenden Verbindung" die Formel 0 = Ca = C1, (und nicht, wie Herr LUNQE irrig schreibt, CICaOC1) zu; 3. nur bei sehr niedriger Temperatur kann ein von Kalk freier Chlorkalk erhalten werden. Hinsichtlich des dritten Satzes bemerkt Herr LUNGE jedoch, "man konne indirekt ahnen, welcher Gedankengang mich darauf gefiihrt habeii moge". Vielleicht hat es anderen Lesern meiner Arbeit gleich eingelenchtet, dafs dieser dritte Sittz eine notwendige Folge der von mir an8 Licht geforderten Thatsache ist, dafs der Chlorkalk schon bei relativ niederen Temperaturen eine betrachtliche Dissociation erleidet. Es hat mich sehr gewundert, den zweit,en Satz angegriffen zu sehen. Wenn (loch e t w a s in meinem Aufsatz klar bewiesen ist, so ist es gewirs der Unterschied zwischen Chlorkalk und der Lummschen " bleichenden Verbindung". Hat denn Herr LUNQE ubersehen, was teils mit starkeren Buchstaben, teils kursiv auf Seite 82 angegeben Rec. trav. chim. 11, 76.
doi:10.1002/zaac.18930030122 fatcat:fvsl5hsa7ndixd2gnjnvukjmr4