Ergänzende Altersvorsorge – Akzeptanz, Vertrauen und Ausgestaltung aus Verbrauchersicht

Marlene Haupt,, Aysel Yollu-Tok
2014 Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung  
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more » ... von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. zusammenfassung: Studien zu privaten Altersvorsorgeprodukten beschäftigen sich zunehmend mit der Informiertheit der Konsumentinnen/Konsumenten. Mithilfe einer repräsentativen Panelumfrage betrachtet dieser Beitrag darüber hinausgehende Erklärungsansätze für nachfrageseitige Hemmnisse, die eine Präferenzbildung für ergänzende Altersvorsorge, speziell für Riester-Produkte, verhindern können: fehlende oder unzureichende Systemakzeptanz, fehlendes oder unzureichendes Systemvertrauen und die fehlende oder unzureichende Bereitschaft, sich mit der Ausgestaltung der dritten Säule der Altersvorsorge zu beschäftigen. Es zeigt sich, dass ein Großteil der Befragten die normative Ausrichtung der Reform teilt und nicht nur den Staat, sondern auch die/den Einzelne/n als verantwortlich für eine ausreichende Altersvorsorge sieht. Aber auch wenn damit bei Vielen eine Präferenz für eine ergänzende Altersvorsorge besteht, ist ein mangelndes Vertrauen in das Alterssicherungssystem zu attestieren. Schließlich verweigern die Befragten auch die Auseinandersetzung mit der dritten Säule; dies wird am Beispiel der Kostenstruktur und Förderberechtigung von Riester-Produkten gezeigt. Daher müsste die Verbraucherpolitik dahingehend ergänzt werden, dass nicht nur Informationen für potentielle Konsumentinnen/Konsumenten bereitgestellt werden, sondern generell das Vertrauen in die dritte Säule des Alterssicherungssystems gestärkt wird. Aus den Ergebnissen lässt sich zudem schlussfolgern, dass weiterhin eine Aufklärung über die Förderberechtigung bei Riester-Renten erfolgen sollte und dass auch transparentere Kostenstrukturen einen Beitrag zur Verbreitung der privaten Zusatzvorsorge leisten könnten.
doi:10.3790/vjh.83.3.19 fatcat:ff5o3nwzbvfbrj3gheqhepsuru