Rezension zu: Das Bildnis bei den Altdeutschen Meistern bis auf Dürer

Die Redaktion, Mitteilungen Aus Dem Germanischen Nationalmuseum
2016
vom Mädchen und der Hasel. D ie Bedeutung der Rose im Volksliede, besonders die minnigliche, und das Begraben unte r Rose n kommt eingehend zur Sprache, wie auch die Martinsliede r, die Schlemmer-und Zecher-, die Fastnacht-und die Landsknechtlieder u. s. w. einzeln vorgeführt werden. Das alles ist mit zahlreichen Litteraturangaben begleitet und durch vielfach eingestre ute Liedprob en illustriert und interessant gemacht. Wohl das Wertvollste an dem Buche aber ist das persönliche intime
more » ... che intime Verhältnis, in dem Bildebrand zu dem Volksliede stand. Im Liederschatze des Volkes offenbarte sich ihm das Leben de r Volksseele. In der Behandlung des Volksliedes fand er den Mafsstab dessen , was den gemeinsamen Grundzug im Wesen der Nation ausmacht, und was allen ihren Gliedern, den Gebildeten und den Ungebildeten, in gleicher Weise eigentümlich ist. Und darin sieht er den höchsten Gewinn , den die Beschäftigung mit dem Volksliede bringen könnte , dafs sie dem modernen Menschen helfen soll, :.von der Überkultur zurückzukommen und die Natur wiederzugewinnen , ohne die Segnungen der Kultur darüber einzubüfsen, aber nicht die Natur überhaupt, sondern die eigene Natur, die unter jener Überkultur schwer gelitten hat, weil diese eine fremde war und ist.« -Noch gilt es den kulturgeschichtlichen Wert des Buches hervorzuheben, der darin beruht, dafs Hildebrand die Verbindung des Volksliedes mit Sitte und Brauch der Vergangenheit sorgfältig verfolgt. So gewinnt das Werk einen kulturgeschichtlichen Hintergrund, der im Zusammenhange mit den volkstümlichen Liedern einen ungemeinen Reiz ausübt, so zeigt es aber auch zugleich , welche Fülle von kulturgeschichtlichem Material dem Altertumsforsche r sich in den Volksliedern darbietet. Dr. Otto Lauffer.
doi:10.11588/mignm.1902.0.28023 fatcat:yy3ynifz4ffh3lhjyvnfj6qn2e