CULTURAL STUDIES UND GENDER STUDIES. EINE THEORETISCH-METHODISCHE ANNÄHERUNG [chapter]

Gender und Fernsehen  
In diesem Kapitel werde ich die theoretisch-methodischen Voraussetzungen meiner Studie, die zentralen Begriffe, Kategorien und Grundannahmen sowie den Forschungsstand näher darstellen. Es soll der Weg beschrieben werden, auf dem ich mich während des Forschens bewege. Anders gesagt bestimme ich den theoretisch-methodischen Bezugsrahmen, den ich perspektivisch für eine geschlechterkritische TV-Wissenschaft vorschlage. Der transdisziplinären Perspektive des Forschungsvorhabens und der Komplexität
more » ... nd der Komplexität des Themas Rechnung tragend, versuche ich hierfür verschiedene Ansätze und Theorien produktiv zusammenzuführen. Als Erstes problematisiere ich die Unterscheidung in >high and popular culture< innerhalb der traditionellen Kulturforschung und knüpfe an transdisziplinäre Kulturtheorien an, die keine Dichotomie von Hochund Populärkultur reproduzieren. Meine Zielsetzung erfordert es weiter, einen theoretischen Rahmen zu skizzieren, der Fragen nach der Bestimmung des Verhältnisses von Aktivität und Struktur mit gesellschaftlichen Macht-und Herrschaftsverhältnissen, insbesondere Geschlechterverhältnissen und -ideologien, in Verbindung bringt. Dazu schlage ich vor, kritische Modifikationen der Cultural Studies mit den Frauen-und Geschlechterstudien zu verknüpfen. 1 Zu erörtern sind die Anschlussmöglichkeiten und Beziehungen von Theorien und Fragestellungen der Cultural Studiesund der Gender Studies bzw. der kritisch-feministischen Forschung. Ergänzt werden diese Überlegungen durch Ansätze der (feministischen) Filmtheorie, die sich unter anderem mit den ideologischen, unbewussten, nicht intendierten Effekten befassen, die im Prozess der Aneignung 2 von Fernsehen respektive Fernsehserien zum Tragen In dieses Kapitel sind einige Überlegungen eines unveröffentlichten Projektantrages eingeflossen, den ich gemeinsam mit Silke Wenk und Karen Ellwanger anlässlich der 2. Sommerakademie des Kollegs >Kulturwissenschaftliche Geschlechterstudien< verfasst habe (vgl. Ellwanger/-Maier/Wenk 2000). 2 Ich gehe von einem weiten Rezeptions-und Alleignungsbegriff aus, der nicht nur eine bestimmte Rezeptionsphase beschreibt, sondern alle Aktivitäten, Prozesse und Praxen einschließt, die mit der Tätigkeit Fernsehen verbunden sind.
doi:10.14361/9783839406892-001 fatcat:culpalks3zervl43ppyv5in5ce