Ueber Chlorkalk und Chlorlithion

K. Kraut
1882 Justus Liebig s Annalen der Chemie  
Ueber Chlorkalk uud Chlorlithion : van K. Kraut. (Eingelanfen den 25. Juli 1882.) . ---Die zahlreichen Arbeiten, welche sich mit der "Constitution' des Chlorkalks beschiiftigt haben, seit K o 1 b's *) grundlegende Untersuchung 1867 die Aufmerksamkeit der Chemiker wieder auf diese Verbindung lenkte , scheinen die Meinung verbreitet zu haben, die alte , auf zahlreiche Analogien gestutzte Vorstellung, der Chlorkalk sei ein Gemenge von Chlorcalcium mit unterchlorigsaiirem Kalh, und der Gehalt an
more » ... nd der Gehalt an uberschiissigem Kalkhydral erkllre sich dadurch, dal's diems mit einern oder ZUIU andern der beidpn Sabe zu cinw basischen Verbiirdung vereinigt mi, lasse sich mit der Bildungswcise und den Zersetzungen des Chlorkdlks nioht in Einklang bringen. Die Schwierigkeit , welche die Annahrne von fertig gebildetem Chlorcalcium im Chlorkalk der Erkldrung einigcr Zersehungen darbietet, glaubte man mit Annnhme der 0 d 1 in g 'sclien Pormel beseitigt zu hdben, ohne zu beachkn. dafs eine Verbindung C1, Ca , 0 . C1 riichts anderes sein wiirde als ein Doppelsalz von Chlorcalcium wit untcrchlorigsaurem Iialk, etwr der Verbindung von Chlorcalciiim mit cssigsaurem Kalk vergleichbar. Als ein solches Doppelsalz miifste sie bei allen Zersctzurigen zuniiclist in die einfacheii Salze zerfallen , kiiiinte ~S C J aiich keine besonderen , keine snderen Zersetzringsprodocle lieferii, als ein Gemenge der einfachen Salze. Nun lial man allerdings kein Bedenkcn gelragen, zuzugeben, dafs beim Auflosen des Chlorkalks in Wasser ein ZerCaUen in Chlorcalcium und unterchlorigsauren K d c shttfiide , aber man f i h t die Zersetzung *) Compt. rend. 6 5 , 530; im Auszug Zeitschr. f. CIiom. 3868, 49; Dingl. polyt. Joum. I@?, 55,
doi:10.1002/jlac.18822140304 fatcat:hdjv3ho4czfohmctzwgye2zxqa