Die Grundlagen des Koordinationsmechanismus einfacher Willkürbewegungen

F. H. Lewy
1920 Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie  
Die Frage naeh dem ~echanismus der antagonistischen Innervation hat bereits im Altertum die Forscher beschgftigt. Galen hat die Frage ausfiihrlich er6rtert und ist zu dem Schlul] gekommen, dab dem Antagonisten keine Innervation gleichzeitig mit dem Agonisten zufliel~t. In der spgteren Zeit hat man sich mit dieser Frage weniger besch~ftigt, und die Gesiehtspunkte Galens haben Giiltigkeit behalten, bis in der zweiten Hglfte des vorigen Jahrhunderts die franz6sische Neurologensehule das Kapitel
more » ... hule das Kapitel einer neueren Bearbeitung unterworfen hat. Vor allem hat Duchenne an der Hand eines au•erordentlich grof~en klinischen Materials die Lehre vom synergistischen Antagonismus und der kollateralen Innervation begriindet und ist dabei zu einer A.nschauung gekommen, die slch in vielen Punkten der heutigen sehr nghert. Um diese Zeit begann dann auch die experimentelle Physiologie, den Muskel selbst und seine Innervationsbedingungen einer genaueren Priilung zu unterwerfen. Roller, Kries, Hering und vor allen Dingen Sherrington haben ausffihrliche Untersuchungen angestellt, auf denen unser heutiges Wissen vom koordinatorisehen Bewegungsmechanismus sich aufbaut. Um die Wende des vorigen Jahrhunderts hat, angeregt durch diese Darstellungen, auch die Klinik yon neuem am kranken Menschen die Frage. zu prfifen unternommen, und die /krbeiten yon l~ieger, Striimpell, FSrster und ~Iann haben eine Reihe yon Theorien gezeitigt, die sich zum mindesten als Arbeitshypothesen als fruchtbar erwiesen haben, auch wenn sie nicht der weiterschreitenden Forschung in allen Punkten standhalten konnten. 1) Vortrag in der Sitzung der deutschen Forschungsanstalt ftir Psychiatrie in Mtinchen am 12. II. 1920.
doi:10.1007/bf02902039 fatcat:yu33veixofgyfeqkquxjimgpg4