Die Schutzimpfung gegen die Maul- und Klauenseuche

F. Loeffler
1905 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Die enormen Verluste, we1he die Maul-und J(lauenseuohe im Gefolge hat -im deutschen Reiche beliefen sie sich am Ende des vergangenen Jahrhunderts auf über 100 Millionen Mark im Jahre -haben naturgemäß dazu gedrängt, wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der gefürchteten Sen ehe zu ermitteln. Die außerordentlich leichte Uebertragbarkeit des Ansteckungsstoffes, namentlich auf die für ihn hochempfänglichen Rinder, in erster Linie durch die Exkrete kranker Rinder, dann aber auch durch Zwischenträger
more » ... h Zwischenträger aller Art, durch Menschen und Materialien, welche mit erkrankten Tieren in Berührung gekommen sind, hat in neuerer Zeit dazu geführt, sogar das heroische, bei der Bekämpfung der Lungenseuche und der Rinderpest vielfach bewährte Mittel der Tötung der kranken und ansteckungsverdächtigen Tiere ganz energisch zur Anwendung zu bringen, unbeschadet natürlich der unter Aufgebot zahlreicher Polizeiorgane auf das schärfste durchgeführten Isolierungs-und Desinfektionsmaßregeln und der strengen Ueberwachung und Kontrolle der Sammel-Molkereien, welche als Flauptverbreiter der Seuche erkannt sind. Die Erfolge, welche mit diesen Maßnahmen erzielt werden, sollen so befriedigend sein, daß es weiterer Schutzmaßnahmen nicht mehr zu bedürfen scheint. Indessen, wenn auch die genannten Maßnahmen nach Abklingen des letzten, ganz Deutschland beteiligenden großen Seuchenganges genügt zu haIen scheinen,
doi:10.1055/s-0029-1188467 fatcat:gw2zgrygfnagjc2flm2zioamry