Eine ungewöhnliche Form von Fremdkörpertumor im Peritoneum

Carl Rosenberger
1920 Deutsche Zeitschrift für Chirurgie  
Die 29j~ihrige Patientin ist, abgesehen von einem Lungenspitzenkatarrh, den sie als junges Mgdchen durchgemacht hat, stets gesund gewesen. Vor 3 Jahren erkrankte sie im 3. Monat einer Schwangerschaft mit Fieber und Schmerzen im Leib. Etwa 3 Wochen nach Beginn der Erkrankung wurde Blinddarm-und Bauchfellentztindung festgestellt und die Patientin operiert. Es stellte sich eine eitrige Peritonitis heraus. Die Patientin wurde 4 Wochen lang tamponiert und hatte nach der Operation noch ein
more » ... noch ein Krankenlager von Io Wochen Dauer. Die Schwangerschaft wurde durch die Operation unterbrochen. In den ersten beiden Jahren nach der Operation hatte die Patientin hin und wieder unbedeutendes "Ziehen" an der Narbe. Seit I Jahr wurde sie von heftigen Beschwerden im Leib befallen, die vonder Narbe ausgingen und besonders vor und beim Stuhlgang auftraten. Patientin hatte h~iufig regelrechte Koliken, die etwa 1/~ Stunde dauerten. Stuhlgang war regelm~13!g. Erbrechen bestand nicht. Das Unwohlsein ist nach der Operation geringer geworden. Die Untersuchung bei der Aufnahme ergibt keine organische Erkrankung. Kein Fieber. Urin frei yon Eiweig und Zucker. Der Leib ist welch. Auf der rechten Bauchseite, aus Nabelh6he abw~irts ziehend, eine etwa I5 cm lange Narbe, die an ihren breitesten Stellen 3 cm miBt. In der Mitte der Narbe eine geringe Diastase ftihlbar. Die Narbe und ihre Umgebung sind druckempfindlich, doch besteht keine Hernie. Bei der R6ntgenaufnahme sieht man, dab der Einlauf mit Kontrastbrei in zusammenh~tngender Weise das ganze Col,on fiillt. Die Bauhinsche Klappe ist insuffizient, so dab ein Teil des Breies im Ileum liegt. Ein pathologischer Befund l~iBt sich mit Sicherheit nicht feststellen. Bei der Serienuntersuchung des Darmes sieht man 9*
doi:10.1007/bf02798894 fatcat:uvnr2mmwajdblcopcjjwjtxrtm