Occurrence of Phytophthora Species in Commercial Nursery Production

Corina Junker, Patrick Goff, Stefan Wagner, Sabine Werres
2016 Plant Health Progress  
In der Vergangenheit kam es beim Handel mit Baumschulprodukten immer wieder zu Reklamationen, da Infektionen oder Kontaminationen von Pflanzen und Pflanzenprodukten mit Erregern der Mikroorganismen-Gattung Phytophthora nachgewiesen wurden. Da die reklamierten Pflanzen oder Pflanzenteile meist gesund aussahen, stellt sich die Frage, wo und wie die Erreger in den Betrieben in die Ware gelangten. In einem dreijährigen Projekt sollte daher untersucht werden, wann im Jahres-und wo im Kulturverlauf
more » ... der kommerziellen Gehölzproduktion Phytophthora-Arten vorkommen und in welchen Materialien sie besonders gut überleben bzw. sich etablieren können. In zwei Baumschulen wurden alle zwei Monate Proben genommen. Die Probenahme erfolgte an unterschiedlichen Orten (z.B. Vermehrungs-und Kulturquartieren, Substratlagern, Wegen) und es wurden sehr unterschiedliche Probenmaterialien untersucht (z.B. Wasser/Sediment aus Pfützen und Wasserablaufrinnen, organische Reste auf den Containerkulturflächen, Pflanzen, Boden). Die Ergebnisse zeigen, dass Phytophthora-Arten an den unterschiedlichsten Orten in einer Baumschule und in sehr unterschiedlichen Materialien überleben können. Besonders ideale Phytophthora-Reservoire sind die Wege und da vor allem die Pfützen (auch ausgetrocknete oder gefrorene). Mit Maschinen und Schuhen werden die Erreger beim Durchfahren bzw. Durchlaufen von den Wegen im Betrieb verbreitet. Grundsätzlich sind alle Orte mit Feuchtigkeit oder Nässe, wie Pfützen und Wasserablaufrinnen, hervorragend für das Überleben von Phytophthora-Arten geeignet: Die Erreger brauchen für die Bildung und Entlassung ihrer Vermehrungsorgane (Zoosporen) Feuchtigkeit. Eine andere gefährliche Kontaminationsquelle sind die organischen Reste auf den Stellflächen und angewehtes Laub. Je mehr davon vor bzw. auf den Stellflächen liegt, desto höher ist die Infektions-und Kontaminationsgefahr. Die geringe Nachweisrate der Erreger in den Pflanzenproben zeigte, dass Pflanzen nicht die besten Proben für die Untersuchung auf das Vorkommen von Phytophthora-Arten im Betrieb sind. Vermutlich verringert der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die Infektionsrate und/oder die Besiedlung der Pflanzengewebe nach erfolgreicher Infektion. In Wurzeballen gesund aussehender Pflanzen konnte trotzdem Phytophthora nachgewiesen werden. Das legt den Schluss nahe, dass die Pflanzenschutzmittelbehandlung die Erreger nicht in jedem Fall abtöten. Und genau das sind die wahrscheinlichsten Gründe für die anfangs beschriebenen Reklamationen: die Entwicklung der Phytophthora-Arten kann durch die Pflanzenschutzmittelbehandlung im Wurzelballen oder in der Pflanze vorrübergehend unterdrückt werden. Die Infektion oder die Besiedlung des Pflanzengewebes nach der Infektion erfolgen dann zeitlich verzögert und damit auch die Symptomentwicklung. der Baumschule -Wo können die Erreger überleben? Deutsche Baumschule. 04/2016:38-41. Danksagung Die Untersuchungen wurden im Rahmen des WeGa-Netzwerks durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. 26-2 -Anfälligkeit von Rhododendron gegenüber Phytophthora ramorum und P. kernoviae in Abhängigkeit von der Jahreszeit Susceptibility of Rhododendron towards Phytophthora ramorum and P. kernoviae in dependance on the season
doi:10.1094/php-rs-15-0045 fatcat:ovz2buv3qvhojobyxc5xbqxtgm