Zur Erneuerung des Bayerischen Nationalmuseums

Theodor Müller
2019
Bei der Wiedereröffnung eines ersten Bauabschnittes des Bayerischen National museums nach dem Krieg habe ich in der .Kunstchronik" (II. 1949, S. 93) von den Überlegungen und Absichten berichtet, die aus den Bemühungen um die schrittweise Behebung der schweren Kriegsschäden erwuchsen. Zum Jubiläum des hundertjährigen Bestehens des Museums 1955 konnte ein zweiter Abschnitt dieser Arbeiten abge schlossen werden. Damit ist jetzt wenig mehr als die Hälfte der Museumsanlage für die Öffentlichkeit
more » ... Öffentlichkeit wieder erschlossen. Im Erdgeschoß konnte jener "Rundgang durch die Jahrhunderte" wieder vervollständigt werden, der von Anfang an die grund legend lehrhafte, historische Demonstrationen des Museums gewesen ist. Im Oberge schoß wurden die Fachsammlungen für Porzellan, Fayencen und Glas als Kostprobe der kunstgewerblichen Abteilungen neu eingerichtet, deren Formenlehre der andere Zweck der Museumsgründung war (seit 1925 sich fortsetzend in der .Neuen Sammlung" bis zur handwerklichen und industriellen Formgebung der Gegenwart). Dazu kommt im Untergeschoß die Neuaufstellung eines ersten Teilbestandes der volkskundlichen Sammlungen. Schließlich sei angemerkt, daß der landeskundliche Charakter des Museums durch die nach dem Krieg vollzogene Übernahme des Erbes des ehemaligen Bayerischen Armeemuseums und durch die Angliederung der Prä historischen Staatssammlung verstärkt wurde. So entstand in dem organischen Wachs tum von hundert Jahren ein vielgesichtiger Komplex und zwar, wie wir glauben, in einer durchaus sinnvollen, elastischen Entwicklung der ursprünglichen ideellen Konzeptionen des königlichen Stifters.
doi:10.11588/kc.1955.12.68970 fatcat:dan6fj6uffd4zl5qm33oipx5uq