Über die Bestimmung des gelösten Sauerstoffs in verunreinigten Wässern

L. W. Winkler
1915 European Food Research and Technology  
Der galSste Sauerstoff l/il~t sich in einem reinen natfirliehen Wasser mit dar jodometrischen Methode sehr genau bestimmen. Enth~lt aber das Untersuchungswassser Nitrite und gleichzeitig in reichlicher Menge organische Stoffe, so zeigen sich gewlsse Schwierigkeiten. Es wurden zwar, um diesen Mangel der Methode zu beheben, schon verschiedene VorsahI~ige I) gemacht, es kSnnte aber die hier zur Beschreibung gelangende n e u e V o r b e h a n d 1 u n g ihrer leichten Ausffihrbarkeit halber,
more » ... eit halber, verbunden mit gehSriger Genauigkeit, ffir die Praxis dennoeh yon Wert sein. Bei diesem zur Untersuehung yon Nitrite und organische Stoffe enthaltendem Wassar bestimmten Verfahren werden die stSrenden Stoffe vorher unschadlieh gemacht, dann die Sauerstoffbestimmung mit kleinen ~nderungen in ihrer aken Form ausgeffihrt. Wi rd zu einem verunreinigten Wasser etwas C h 1 o r k a i k 15 s u n g und S c h w e f e 1-sKure hinzugefiigt, so oxydiert die unterchlorige S~ure bezw. das wirksame Chlor die salpetrige SKure fast sofort zu Salpeters~.ure; es werden bei dieser Behandlung, wenn auch langsamer, gleichzeitig auch die organisehen Stoffe zu Verbindungen umgewandelt, die weiterhin kaum mehr StSrungen verursachen. Es mul~ aber, bevor die Sauerstoffbestimmung ausgaffihrt wird, ffir das Entfernen des iibersehiissigen wirksamen Chlors gesorgt werden ; als geeignet hierzu erwies sich K a I i u m r h o d a n i d. Die Sauerstoffbestimmung wird nun in bekannter Weise vorgenommen, mit dam Unterschiede, da$ start der ManganchlorfirlSsung Manganosu[fatlSsung und zum Ans/iuern statt Salzs~ure Sehwefels/iure genommen wird. Die Versuche ergaben n/imlieh, dal~, wenn man wie gew5hnlich Salzsfiure zum AnsKuern benutzt, die Ergebnisse nicht ganz zufriedenstellend sind; wurde aber zum Anshuern Sehwefels/iure genommen, so hatte ein geringer Uberschuf~ des Rhodanids fast keinen EinfluB auf die Ergebnisse. Aus demselben Grunda wurde die ManganehlorfirlSsung dureh ManganosulfatlSsung ersetzt. Es mSge aber betont werden, dal~ im Untersuchungswasser ein Chlor-Ion-Gehalt bis zu etwa 1000 mg im Liter durchaus nicht stSrend wirkt. Ob man nun das bier zur Beschreibung gelangende Verfahren in Gebrauch nehmen wird oder nicht, so wird man aueh beim Verbleiben bei dem bisherigen Verfahran die Sa]zs/i.ure doeh gerne mit etwa 50°]0-iger SchwefelsKure vertauschen. Es entfatlen namlich beim Gebraueh der geruchlosen vardfinnten SehwefeMiure die Unannehmlichkeiten, durch welehe der Analytiker beim Arbeiten mit rauchender Salzs~iure bel~stigt wird. Aueh beim Untersuchen nitrithaltiger W/~sser nach der bisherigen Methode, also bei Verwendung von kaliumjodidfreier Natronlauge, kann zum Ans~uern Schwefels/iure genommen warden, in welchem Falle dann das sieh bildende Manganisulfat die Nitrite oxydiert.
doi:10.1007/bf02024989 fatcat:l4xzoahrrnezzlfjdvr6y7mbbu