Ueber alimentäre Lävulosurie bei Leberkranken

B. Chajes
1904 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Chajes, Vo1ontärassstenten der Klinik. in No. 44 und 45 diesei Wochenschrift 1901 hat H. Strauss auf Grund von Untersuchungen, die er an 29 Lebeikranken und 58 klinisch nicht als leberkrank erwiesenen Personen angestellt hat, die Behauptung aufgestellt, daß wir in der Lävulose ein Mittel besitzen, um eine bestimmte Funktion der Leber in einer besseren Weise als bisher zu prtifen". Denn es zeigten von 29 Lebeikranken 26, d. i. zirka 90°/e, 58 Nichtleberkranken 6, d. î. zirka 10/, alimentare
more » ... 0/, alimentare Lävuloseausscheidung. Schon vorher hatte unter der Leitung von H. Strauss H. Sachs2) den Nachweis erbracht, daß Frösche nach der Entleberung eine geringere Toleranz für Lavulose zeigten, während die Toleranz für Traubenzucker und Galaktose durch die Leberexstirpation nicht geschwächt wurde. Die Straussschen Angaben wurden in der Zwischenzeit von vei-schiedenen Forschern nachgeprüft. So haben Baylac und Arnaud> nach einem ähnlichen Versnchsschema wie Strauss, nur mit dem Unterschiede, dali sie 60 g Lävulose gaben, Versuche angestellt Sie fanden unter 23 Leberkranken bei 21, d. j. zirka 91%, alimentäre Litvuloseausscheidung. Ferner hat Bruining) denselben Versuch wie Strauss bei 12 Leberkranken angestellt, von denen er jedoch einen -Carcinoma ventriculi et hepatis -selbst als unbrauchbar erklärt; er fand von 11 Fällen 10, d. j. 90%, positiv. Weiterhin hat Ferran-nini5) ähnliche Versuche angestellt. Da er noch die Realesche6) Zuckerprobe in vier Fällen anwandte, so wollen wir hier von diesen vier Fallen absehen, da diese Reaktion feiner ist, als die übrigen Proben. Ferrannini fand von 16 Fällen 11(15 mit Reale) ±, d. i. zirka 69% ±. Auch Steinbaus) hat fünf Fälle von Leberkranken auf alimentäre Lävulosurie untersucht und hat bei allen ein positives Ergebnis erhalten. Aus ihren Untersuchungen ziehen die genannten Autoren folgende Schlüsse: Baylac und Arnaud) sagen: Nous admettrons donc, que la lévulosurie alimentaire sobserve dans 90% des cas de troubles organiques ou fonctionelles graves de la cellule hépatique. Nous sommes autorisés it conclure que cette épreuve peut rendre des très grands services en clinique et fournir des renseignements trés précieux sur l'état fonctionel de la cellule hépatique." Bruining5) Die Diskussion Ist damit für die Redaktion geschlossen. Zeitschrift für klinische Medizin Bd. 38. -3) Baylac und Arnaud, Congrès français des médecins, Toulouse 1902. -4) Berliner klinische Wochenschrift 1902. 5) Zentralblatt für innere Medizin 1902. -6) Bei der Re al e sc h e n Reaktion werden in einem Becherglas 8IS g neutrales essigsaures Blei in 65-130 ccm Urin aufgelöst, dann wird filtriert und auf 50lw ccm des klaren Filtrats werden unter gutem Umschütteln 5-10 g Ammoniak zugesetzt; nach einigen Minuten wird iler sich auf dem Filter ansammelnde voluminöse Niederschlag mit dem Spatel entfernt und in wenigen lÇubik. zentimetern einer wässrigen Lösung von 2sej, Soda und 20/, weinsteinsaurem Natrium aufgelöst; mit dieser alkalischen Lösung wird dann die Trommer-, BSttger-, Nylande-Probe vorgenommen. -1) Deutsches Archiv für klinische Medizin 1902. -8) Congrès français des mdecins, Toulouse 1902. -9) Berliner klinische Wochenschrift 1902. Heruntergeladen von: NYU. Urheberrechtlich geschützt.
doi:10.1055/s-0029-1187503 fatcat:2qd5cnfewfggfcrxhp3tvb6d4a