Botanische Beobachtungen

Jos Dědeček
1872 Plant Systematics and Evolution  
V~ Ueber die Dislokation der Geschlechter bei Carex acutaL. var. nutans. Es folgt ein summarischer Ueberblick des bei dieser formenreichen Art Beobachteten und zwar: 1. I)ie Aehren haben theils blattartige, theils schuppenf0rmige Deckblfitter. Diese letzten niihern sich schon durch Farbe und Form den Brakteen, sind aber breiter. Blattartige, die H0he des gesammten Bltithenstandes erreichende Deckbl~tter haben die unteren~ schuppen-fi~rmige die eine oder zwei letzten Aehren. 2. Die Bliithen sind
more » ... . Die Bliithen sind wohl in der Regel einhiiusig in dem Sinne, als an einem Scha 9 beiderlei Geschlechter vorkommen~-aber ausnahmsweise auch zweihfiusig, indem an zwei, vom selben Wurzelblatt unten scheidenartig umsehlossenen Schifften die (2 und ~ Organe sich vorfinden. Wie beobachtet wurde, hatte der gri~ssere tiber 4' hohe Scha 9 nur miinnliche Aehren~ wogegen ara zweiten schwficheren, der aus einer wm'ze|sti~ndigen Achselknospe des ersten Schaftes und des erwiihnten Wurzelstockes emporgestiegen ist~ b e i d e r 1 ei Geschlechter verschieden dislocirt vorkamen. 3. Der MonScismus der Carex-und anderen Phanerogamenbltithen besteht darin~ dass die Staubbltithen, resp. Staubbltithen-Inflorescenzen, oberhalb der Stempelbltithen zu stehen kommen. --Nicht nur s o sondern auch analog ist es bei Carex acuta. Es sind wohl einige oberen Aehren m~nnlich und die unte 9 weiblich, aber es kommen auch gewisse hermaphrodite Aehren vor, indem die grSssere untere Aehrenhfilfte nur weibliche, die obere nur m~innliche Organe mit gleiehgestalteten Brakteen einzuschliessen pflegt. 4. Diese hermaphroditen Aehren nehmen den Mittelplatz zwischen den unteren (2 und oberen ~ ein. 5. Die hermaphroditen Aehren k5nnen aber auch (Ausnahme) die Endaxe eines Scha 9 behaupten; ad ex. das sub ~ erwfihnte kleinere Sch~iftchen trug in der Achsel seiner sehr kurzen Deckbliitter unten zwei --genfiherte Aehren, dann eine hermaphrodite kurze, dartiber drei sehr geni~herte kurze~ mfinnliche, und zuletzt wieder eine hermaphrodite Aehre. 6. Dieselben kommen immer in geringerer Anzahl als ihre benachbarten eingeschlechtigen ver. GewShnlich sind ihrer nicht mehr als zwei. 7. Die weiblichen Aehren kommen meist in der Drei-oder Zwei-, weniger Ein-bis Vierzahl vor. Die m~nnlichen waren meist 3ziihlig, weniger zwei-oder vier-und nur in zwei Fiillen ftinfziihlig. 8. In der Regel unterstiitzt ein Deckblatt nur eine Aehre; ausnahmsweise aber auch 2 oder 3 Infiorescenzen.
doi:10.1007/bf01644775 fatcat:4ckpudwotjakdmkv3hmu33ugoe