Die Anwendung von Natriumparawolframat und der Lötrohrflamme bei der Bestimmung der sauren Radikale von Chloriden, Chloraten, Perchloraten, Bromiden, Bromaten und Fluoriden

S. B. Kuzirian
1914 Zeitschrift für anorganische Chemie  
In einer fruheren Mitteilung2 ist gezeigt worden, daB Natriumparawolframat gewisse Salze mit fliichtigen Saureradikalen zersetzt und diese aus Carbonaten, Nitraten, Jodiden und Jodaten austreibt. Es ist auch gezeigt worden, daB die Einwirkung auf Chloride, Chlorate, Bromide und Bromate unter den gewohnlichen atmospharischen Verhaltnissen nur teilweise ~tattfindet.~ Unter solchen Verhaltnissen wurden die Salze nur zum Teil zersetzt, und dann wurde die Reaktion sehr langsam. Die Unvollstandigkeit
more » ... der Reaktion kann bei Chloriden und Bromiden durch die Tatsache erklart werden, daB diese Verbindungen kein basisches Metalloxyd enthalten, das sich mit dem smren Wolframtrioxyd verbinden kann, so daB erst eine allmahliche Einwirkung von atmospharischem Sauerstoff oder yon Feuchtigkeit eine entsprechende Zersetzung herbeigefiihrt, die aber so langsam verlauft, daB die Reaktion nicht in angemessener Zeit stattfindet. Die Resultate sind dagegen scharf urid zuverliissig bei Carbonaten und Nitraten, die sich aus einem basischen Oxyd und einem leicht sich verfliichtigenden sauren Oxyd zusammensetzen. Bei Chloraten und Bromaten, deren Zusammensetzung der von Nitraten ahnlich ist, konnte man bei Behandlung mit Natriumparawolframat ein ahnliches Verhalten erwarten. Aber beim Schmelzen von Kaliumchlorat mit diesem Salz bildet der Sauerstoff des Chlorats kein Oxyd, er wird vielmehr in Freiheit gesetzt, bevor das Salz mit dem l Aus dem Amer. Journ. Sci. (Sill.) ins Deutsche iibertragen von I. KOPPELa 2. anorg. Chem. 71, 323. Z. anorg. Chem 84, 319. Berlin.
doi:10.1002/zaac.19140850110 fatcat:egqmzavysvd5pbctuxstadd5hi