Selbstanzeigen

1899 Kant-Studien  
350 Rcccnslonen. -Selbständigen. der Arbeit, welche so, wie sie vorliegt, auf einem verhUltnisiiMSsig sehr kleinen Räume (TU Seiten) zu viele und zwar noch sehr der Erörterung bedürftige Fragen behandelt. Berlin. Paul Menzcr. Selbstanzeigen. Rubin , S., Dr. Die Erkenntnistheorie Maimons in ihrem Verhältnis zu Cartesius, Le.ibniz, Humc und Kant. (Berner Studien zur Philosophie und ihrer Geschichte. Herausgegeben von Ludwig Stein, Band VII.) Bern, Steiger & Co. 1S97. Die Aufgabe dieser Arbeit
more » ... e dieser Arbeit ist, ein klares Bild der Maimon'schen Erkenntnistheorie und seiner Polemik gegen Kant zu liefern und manche bis nun missverstandeiie Punkte in der Maimon'schen Philosophie zu beleuchten. Zu diesem Zwecke wird in der Einleitung eine kurze und präcise Darstellung der Kantischen Erkenntnistheorie gegeben. Gleichzeitig wird in der Anmerkung zu S. 3 nachzuweisen versucht, das bei der konsequenten Auseinanderhaltung der beiden Ilume'schen Probleme, nämlich erstens des allgemeinen Kausalitätsgesetzes und zweitens des einzelnen Kausalitätsbegriffes, welche Kant durcheinanderwirft und vermengt, wie schon Vaihinger in seinem Kommentar über Kant treffend nachgewiesen hat, das ganze Gebäude der Kritik auseinanderfallen müsse. Hierauf folgt kapitelweise die Maimon'sche Widerlegung der Kantischen Lehre und seine eigene Theorie, wobei die \Vidersprüche, welche zwischen dem Erstlingswerke Maimons und seinen späteren Schriften stattfinden, genau berücksichtigt werden, was bis riun unterlassen worden ist. In Kapitel I wi rdeii die Gründe angeführt, welche ihn veranlassten, das Ding an sich aus der Kritik zu entfernen. Dabei wird der Unterschied zwischen seinem Erstlingswerke und seinen späteren Schriften in Betreff der Differentiale betont. Gleichzeitig wird angemerkt, dass der Begriff der Differentiale schon in der Kantischen Deduktion enthalten ist. In Kapitel II wird seine Theorie des Erkenntnisvermögens dargestellt, wobei zugleich S. 23 ein Irrtum über Maimons Verhältnis zu Leibniz berichtigt wird. In Kapitel III wird seine Lehre von Materie und Form dargestellt, wobei der positive Teil seiner Theorie wie auch sein Verhältnis zu Cartesius besonders betont werden, was bis nun nicht geschah. In Kapitel IV wird seine Lehre von Raum und Zeit entwickelt, wobei auf eine Stelle in den "Untersuchungen" S. 71) hingewiesen wird, die von allen Darstellern seiner Philosophie übersehen wurde, wodurch seine Theorie von Raum und Zeit bisher falsch wiedergegeben worden ist. In Kapitel V wird die eigentliche kritische Frage, wie sie die Kritik hätte stellen sollen, und deren Auflösung dargestellt. Es ist ein Irrtum von Kant, wenn er analytische Urteile a priori ohne weiteres als selbstverständlich annimmt und nur fragt: wie sind synthetische Urteile a priori möglich? Nach Maimon giiibt es keine Analysis ohne Synthesis, wie er sehr scharfsinnig auseinandersetzt. Was die synthetischen Urteile a posteriori betrifft" so stehen sie auch nicht so fest, wie die Kritik glaubt, denn wo haben wir ein Kriterium des Brought to you by | University of Arizona Authenticated Download Date | 7/14/15 7:45 PM
doi:10.1515/kant.1899.2.1-3.356 fatcat:remepgprtndfpfhcs3zqqzgsrm