Morbi-RSA – Das Ende der DMP?

Christoph Straub, Eva Susanne Dietrich
2008 Gesundheits- und Sozialpolitik  
31 lich behandelt, obwohl hier ein Potential für eine Verhinderung von teuren Folgekomplikationen wie Myokardinfarkt oder Schlaganfällen besteht (4). Die Reduktion des Risikos, eine Komplikation zu erleiden, ist zudem maßgeblich von verhaltensbedingten Faktoren wie Ernährung, Bewegung und Rauchen abhängig. Nur ein Achtel aller an Diabetes-II-Erkrankten ist in der Lage, durch die Veränderung des Verhaltens langfristig die erforderlichen Zielwerte einzuhalten (4). Können DMP in der Praxis die
more » ... der Praxis die Versorgungsqualität verbessern, auch wenn ein breiter, unfokussierter Patienteneinschluss erfolgt? Die Antwort auf diese Frage muss offen bleiben. Denn es gibt bisher keinen wissenschaftlichen Beleg, dass die DMP wirksam sind, obwohl eine Reihe von aufwändigen Studien in den letzten Jahren durchgeführt wurde. Sicher gibt es eine Reihe von Hinweisen auf mögliche Effekte. So zeigte eine Studie von Infas Bonn, Prognos Düsseldorf und WIAD bei 1,25 Millionen AOK-Versicherten, die an DMP zu Diabetes mellitus Typ II teilnahmen, dass der Blutdruck der Hypertonie-Patienten innerhalb von drei Jahren im Durchschnitt von diastolisch 83,8 auf 79,5 mmHG sank (5). Ein Blutdruck-Rückgang bei Hypertonikern konnte auch in einer Analyse der TK beobachtet werden. Allerdings fiel auf, dass der Anteil von Hypertonikern mit der Zeit stieg.
doi:10.5771/1611-5821-2008-1-31 fatcat:yzwuubozp5bm7bctsglgpo7oym