Ueber die essbaren Erden in Persien

1867 Archiv der Pharmazie  
Die Gewohnheit, mineralische Stoffe zu geniessen, durfte kaum in einem andern Lande so verbreitet sein, wie in Persien. Auf den Baearen der meisten Stlidte werden erdartige Stoffe feilgeboten, die der Befriedigung einer, wie es scheint, tief eingewurzelten Gewohnheit dienen sollen ; sie bilden einen nicht unbedeutenden Handelsartikel. Es ist dieser Erdgenuss vorzugsweise auf das Volk beschrlnkt und namentlich sollen die Frauen demselben huldigen. Wenn neuere europaiscbe Reisende, welche Persien
more » ... nde, welche Persien besuchten, jener seltsamen Gewohnheit rnit keiner Silbe erwahnten, so darf das nicht iiberraschen, da den Fremden nur wenig Gelegenheit geboten wird, sich mit den Sitten und Gebrauchen desVolks eingehender bekannt zu machen. Es sind besonders essbare Erden von zwei Oertlichkeiten, die sich eines Rufes im Lande erfreuen und welche man fast allenthalben wieder trifft. Die eine ist unter dem Namen Ghel Mahallat, d. h. Thon von Mahallat bekannt, welcher vom Gebirge gleichen Namens etwa 60 Werste westlich von Kum gebracht wird. Es ist ein rein weisser, feiner, etwas fettig anzufuhlender und der Zunge anklebender Thon. Die chemische Untersuchung dieses Thones ergab : Die eweite Erdart heisst Ghel i Gioeh, Thon von Giveh, einer Oertlichkeit, die unfern Kirman liegen soll. Es sind unregelmiissig gestaltete, rein weisse, feste Knollen, von Wallnuss-bis Faust-Grijsse; sie fuhlen sich feinerdig, nicht fettig an, haften nur schwach an der Zungo und haben einen etwas salzigen Geschmack.
doi:10.1002/ardp.18671810105 fatcat:nhgszjq2unckzpj63h6wdle5xi