Syphilis und Liquor

Sachs
1922 Archives of Dermatological Research  
Sachs: Syphilis und Liquor. 61 Therapie, insbesondere hinsiehtlieh Dauererfolge, zu gewinnen, stoBen aueh hier wieder auf die Sehwierigkeit der Dauerbeobaehtung mit entspreehenden Liquorkontrollen. Immerhin haben wit Gelegenheit gehabt, eine l~eihe yon Fgllen, die seinerzeit mit positivem Liquor behandelt worden waren, zu verfolgen und als dauernd negativ zu konstatieren. Ein Hilfsmittel, das wir, aus unserer Erfahrung gewonnen, zur Beurteilung dessert, ob ein negativ gewordener Liquor groBe
more » ... ner Liquor groBe Aussieht auf Bestgndigkeit hat, heranziehen, stellt die Langesehe Goldsolreaktion dar. Wit haben fiberaus oft sehen kSnnen, dab das Goldsolphgnomen als einziges Zeiehen der pathologisehen Struktur des Liquors zuriiekbleibt, dag wit den Liquor als vSllig negativ inklusive WaR. his bezeiehnen miissen, wenn wit die Goldsolreaktion nieht angestellt hgtten. Sehr bald naehher stellen sieh in der Regel die Liquorrezidive ein; ist aueh die Goldsolreaktion negativ geworden, so steht die Saehe in der Uberzahl der Fglle viel besser. Wenn wit diese Tatsaehe aueh nieht gerade als Gesetzmggigkeit bezeiehnen k6rmen, so glauben wir doeh, dab darin ein sehr bedeutsames, in praktiseher Hinsieht vielfaeh gut verwertbares Symptom gegeben ist. Ganz kurz wollen wir noeh die Frage der Beziehungen des Serum-Wassermann zum Liquor streifen. Es ist hinlgnglieh bekarmt, dab uns weder positive noeh negative WaR. im ]31ut irgend etwas hinsiehtlieh der Liquorverh~ltnisse zu sagen vermag. Jeder Beobaehter stSBt oft genug auf positive Liquorfglle mit negativem Serum und umgekehrt auf Fis mit dauernd positivem Serum, ohne dab der Liquor irgendwelehe Abweiehungen yon der Norm zeigen wiirde. Negative Serumreaktionen bei positivem Liquor lassen hgufig, insbesondere unter dem EinfluB yon therapeutisehen Mal3nahmen, Sehwankungen naeh der positiven Seite erkennen --darauf haben K aI k a und andere verwiesen, .bei systematiseher Kontrolle derartiger Fglle ist dieses Ph~tnomen immer wieder zu finden! Wir sind damit am Sehlusse unserer Ausfiihrungen. Die ganze Darstellung wird vielfaeh den Eindruek des Aphoristisehen erweeken, in der Kompliziertheit der Fragestellung liegt abet die UnmSgliehkeit, in relatiV kurzer Zeit die M~terie irgendwie zusammenhgngend und ersehSpfend zu bespreehen. Dabei verffigen wit ja, wie eingangs erwghnt, noeh durehaus nieht fiber absehliel3ende Kenntnisse. Wieder einmal die Fragestellung zu prgzisieren und die Lfieken unseres Wissens aufzuzeigen, war mitleitender Gedanke f/it unsere Zusammenfassung. M6gen daraus neue Impulse fiir die Liquorforsehung entstehen[ 3. Herr Sachs-Heidelberg. Wenn ich die Ehre habe, Ihnen zu dem Thema "Liquor und Syphilis" aueh meinerseits ein Referat zu erstatten, so bin ieh mir der Schwierigkeit der Aufgabe wohl be~Bt. Ich kann reich nieht als Saehver-
doi:10.1007/bf01828017 fatcat:w7rntqjbtvbylnnpmhksh7aa2i