Zur frühmittelalterlichen Königserhebung

Herbert Zielinski
2018
Die vorliegende Monographie, mit der sich R. Schneider 1970/71 in Berlin habilitierte, befaßt sich mit der Königsnachfolge im langobardischen und frän kischen Reich bis 774 bzw. 751, d. h. bis zum Untergang des selbständigen Regnum Langobardorum und der Königserhebung Pippins. Einleitend gibt der Ver fasser zu erkennen, daß es ihm hierbei nicht um »eine vergleichende verfassungs geschichtliche Betrachtung« der Herrschaftsnachfolge geht, weil sich eine solche nicht auf diese beiden Regna
more » ... eiden Regna beschränken dürfte (S. 3 f.). Eine ähnliche Quel lenlage, die gemeinsame Entwicklung nach 774 und insbesondere die Forschungs entwicklung der letzten Jahrzehnte haben ihn bewogen, unter der Vielzahl früh mittelalterlicher Germanenstämme gerade die der Franken und Langobarden zu behandeln. Er greift dabei Themen auf, die für die karolingische Zeit bereits W. Schlesinger eingehend untersucht hat (S. 2). Für die merowingische Zeit zog Schneider insbesondere die jüngere Arbeit von K. Hauck nutzbringend heran (S. 4). Was die Langobarden anbelangt, so waren vor allem die Studien G. P. Bognettis zu nennen (S. 2); eine systematische Untersuchung der Herrschafts nachfolge ist allerdings für beide Reiche unterblieben. Die übersichtliche Gliederung läßt deutlich die Schwerpunkte der Arbeit er kennen. Während im ersten Kapitel die königliche Herrschaftsnachfolge bei den Langobarden in chronologischer Abfolge behandelt wird (S. 5-63), nimmt die entsprechende Darstellung für die Merowinger im zweiten Kapitel wesentlich mehr Raum ein (S. 64-186). Das dritte Kapitel befaßt sich speziell mit dem mos Francorum der fränkischen Königserhebung; Fragen der langobardischen Er hebungspraxis werden hier nur am Rande behandelt (S. 187-239). Auch im zu sammenfassenden vierten Kapitel, das eine »vergleichende Betrachtung« beider Stämme bietet, dominieren eindeutig die Franken (S. 240-264). Ein beigefügtes Bücherverzeichnis (S. XIII-XVI) und ein achtseitiges Namenregister (S. 265 bis 272) runden das äußere Erscheinungsbild der Monographie ab.
doi:10.11588/fr.1974.0.46665 fatcat:tt2ih5dvmrh3jjx5iq5wkxlu24