Berichtigung

1889 Archiv für Gynäkologie  
Berichtigung. Im XXXV. Bande dieses Archives, S. 131 verSffentlicht Nagel einen "Beitrag zur Lehre yon der Herkunft des Fruchtwassers", in dem er auf Grund anatomischer ~ntersuchung sich f~ir die Betheiligung der Urnieren (Wolff'schen Kiirper) an der Fruchtwasserbildung in der ersten Zeit der Schwangerschaft ausspricht. Da Nag e 1 die Thatsache nicht erw~ihnt, dass die gleiche Ansieht schon friiher yon anderer Seite ausgesprochen worden ist, so erweekt er den Schein, als stamme die genannte
more » ... me die genannte ttypothese yon ihm her. Nun aber habe ich in meiner bereits im XVII. Bande dieses Archives erschienenen Arbeit: "Ueber die Herkunft des Fruchtwassers" aufs Unzweideutigste reich dahin ausgesproehen~ dass in der ersten Zeit des Embryonal-]ebens die Quellen des Fruehtwassers 1) in den Gef~ssen der KSrper-oberfl~iche des Embryo und 2) im W o lff'schen KSrper und nach dessen Rtickbildung in den Nieren zu suchen seien. Ich war zu der Anschauung, dass im Anf'ange der Schwangerschaft das Fruchtwasser nicht yon der Mutter, sondern yore Embryo geliefert werde, auf Grund der Beobachtung gelangt, dass eine der Mutter (Kaninahen) einverleibte LSsung von indigschwefelsaurem Natron in der ersten Zeit der Schwangerschaft nicht ins Fruchtwasser fiberging, w~hrend dies in der sp~tteren Schwangerschaftszeit fast immer der Fall war. Im Besonderen bemerkte ich beziiglich der Betheiligung der Urnieren an der Fruchtwasserbildung wSrtlich (S. 35): "Des zweiten Entstehungsmodus, n~tmlich der Abstamraung des Fruehtwassers vom Wolff'sehen Kiirper, ist nirgends Erw~thuung gethan. Und doch ist es in hohem Grade wahrscheinlich, dass die menschliche Urniere, welche dieselbe Entwickelung wie bei den S~ugethieren hat, auch dieselbe Function habe wie diese, also auch Ham secernire. Bei den Si~ugethieren fliesst das Secret der Urniere in die Allantoisblase. Da aber beim Menschen eine eigentliche Allantoisblase nieht existirt, so muss das Secret des Wolff'schen KSrpers in den Urachus, resp. in die gemeinschaftliche Cloake abftiessen. Naeh K 51 lik er (Entwickelungsgeschichte des ~[enschen u. s.w. 2. Aui]. Leipzig 1879. S. 998) bemerkt man schon in der vierten Woche nahe dem hinteren Leibesrande eine einfache Oeffnung, welche die gemeinsame Mfindung des Darmes und des Urachus oder der sp~teren t:[arnblase darstellt, in welche auch die Urniereng~tnge einmtinden und die aus diescm Grunde als Cloakenmtindung bezeichnet wird. Durch diese OelTnung wtirde dem~aeh das Secret des Wolff'schen KSrpers in die Amnionblase abfliessen. Nach dem Schwunde der Urniere f/~llt deren Aufgabe den
doi:10.1007/bf01981323 fatcat:5tkzo34wzbdqjorhv5w5powdcu