Ueber einen Fall von Zwangsvorstellungen vor Gericht, nebst einigen Bemerkungen über Zwangsvorstellungen (Schluss aus No. 31.)

M. Jastrowitz
1884 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Es ist bei der Entstehung und Gestaltung der Zwangsvorstellungen durch einen Affect bemerkenswerth, dass der in solchen Momenten zuerst aufstossende Gedanke, wie ich mehrmals erfuhr, ganz wie eine gehörte Melodie zunächst im Bewusstsein untertauchen kann, bis ein Anklang daran, im analogen oder gegensätzlichen Sinne oft Stundec und Tage hinterher ihn weckt und er den Patienten nicht mehr verlässt. Bei aufmerksamem Krankenexamen kann man dann, Iie an scheinend aus der unbewussten Hirnmechanik
more » ... ten Hirnmechanik heraus " primordial « entsprungene Zwangsvorstellung doch noch rückwärts verfolgen. Im Gegensatz zu der eisernen Beharrlichkeit der letzteren scheint mir das Associationsvermögen sonst gesteigert, insofern gedankliche Verbindungen der ungeheuerlichsten oder subtilsten Art selbst bei ungebildeten, einfachen Kranken vorkommen; es ist ein unruhiges Flattern des Geistes von einem Gegenstande zum andern, ohne ordentliches Durchdenken, mit häufiger Verbindung oder Anknüpfung an die quälende Vorstellung, Heruntergeladen von: NYU. Urheberrechtlich geschützt.
doi:10.1055/s-0029-1209825 fatcat:55xugy7kffekpnacc72pcuwoci