Goldwährungen in Neu-Spanien im 16. Jahrhundert

Günter Vollmer
1968 Jahrbuch für Geschichte Lateinamerikas – Anuario de Historia de America Latina  
Wer sich mit wirtschaftsgeschichtlichen Quellen Neu-Spaniens aus dem 16. Jahrhundert befaßt, wird bald mit einem Problem konfrontiert, dessen Lösung zwar nicht sonderlich schwierig, aber sehr zeitraubend ist: es waren hier gleichzeitig Währungen von unterschiedlichem Wert in Gebrauch. Um die Kontinuität der wirtschaftlichen Entwicklung zu untersuchen oder um einzelne Daten miteinander zu vergleichen, ist es jedoch notwendig, die verschiedenen Einheiten auf ein Währungssystem zurückzuführen. Der
more » ... vorliegende Beitrag ist ein Versuch, diese Arbeit zu vereinfachen. Währungssysteme im 16. Jahrhundert Der Wert einer Münze wurde bestimmt durch das Gewicht und den Feingehalt des Metalls. Das Gewicht wurde in Anteilen an einem marco (230 Gramm) gemessen, der Feingehalt in quilates (Karat) oder dineros, d. h. in Anteilen des betreffenden Edelmetalls an der Prägemasse. Reines Gold hatte 24 quilates (1,000 %>o), reines Silber 12 dineros (1,000 °/oo); ein dinero war unterteilt in 24 granos. Der Wert wurde in maravedís (mrs) ausgedrückt. Der Feingehalt wurde von der Krone festgelegt (peso ensayado), jedoch waren auch Sorten mit nicht fixierter Karatzahl (peso corriente) in Gebrauch. Diese Währungseinheiten waren entweder gemünzt oder ungemünzt 1 . Bis zur Einrichtung der Casas de Moneda in Amerika 2 ist die gemünzte Währung aus Spanien eingeführt worden. Seit 1537 wurden auch in Ubersee Silber-und Kupfermünzen geprägt. In Neu-Spanien wurde die Herstellung von Goldmünzen erst 1675 erlaubt, während i) Ober das Münzwesen im kolonialen Hispanoamerifca vgl.
doi:10.7788/jbla-1968-0106 fatcat:234xmxfunba7nl5jwjx2omg7yu