Zu einigen Beschwörungsformeln

E. Ebeling
1917 Orientalistische Literaturzeitung  
Orientalistiache Literaturzeitung 1917 Nr. 2. 48 45. [Durch das siebente Tor do. gab ihr zurück die grosse Krone] ihres [Haupjtes [auf Dumuzu, den Buhlen] ihrer [Jug]end [giesse reines Wasser, s]albe [mit gutem Oele,] 50. [die Freudenmädchen mögen (?)] seinen [Sinn erschüttern (?).] . . . . sein(en) . . Bemerkungen. Die ersten drei Zeilen der Erzählung sind teils weggebrochen, teils zerstört. Nach Z. 3 fehlt die 7. Zeile von K. 162 ganz, und auch die folgende muss in ihrer ersten Hälfte kürzer
more » ... sten Hälfte kürzer gefasst sein als in der alten Rezension; die Worte epru bubussunu (K. 162, 8j haben hier keinen Platz. Z. 4 begegnet ausserdem die ersie der anormalen langen Silbenschreibungen, auf die Meissner OLZ1915, 332 aufmerksam gemacht hat. Ausser diesem a-kal-si-i-na an unserer Stelle sind noch zu nennen ka-sa-di-i-sa (Z. 9), ip-pu-«-sii (Z. 10), pi-i-ta-a (Z. 12), ku-ni-i-ni (Z. 30), mi-i-na-a (Z. 31), di-i-li-gi-na (ßs. Z. 31). Wie Meissner auch an jener Stelle angibt, .wird diese Schreibung in der Betonung dieser Silben beim Rezitieren ihren Grund haben. Auch noch andere Eigentümlichkeiten, die an ihren Stellen zu erwähnen sind, sprechen gleich dieser dafür, dass der Schreiber unserer Tafel nicht von einer Vorlage abschrieb, sondern nach Gehör, wohl als Schüler nach Diktat eines andern schrieb. Die vom Lehrer beim Vorlesen betonten Silben erschienen dem in den Regeln der Schreibkunst noch nicht ganz sicheren Schüler als lang, und dem gemäss gab er sie in seiner Schrift wieder. Aus a-kal-si-i-na geht hervor, dass in unserer Rezension im Unterschied zu der bisher bekannten die Schatten der Unterwelt als Feminina behandelt werden. Demgemäss müssen wir auch as-ba (Z. 5) und lab-sa-ma (Z. 6) ergänzen. Z. 6. a-gap-pi var. K. 162, 10 kap-pi. Z. 7. i-sa-pu-uh, Prs. 11 var. K. 162,11 sapu-uh. epire oder epräti, also Plural, var. K. 162, 11 epru. Z. 8 lässt K. 162 usw. aus. -Die Ergänzung ana bäbi ist nicht sicher. Ueber die Bedeutung des Wortes suharratu -an anderen Stellen saharratu -hat Jensen Κ. Β. VI 354 gehandelt. Das dortige Resultat, dass sujjarratu "still sein, erstarren" bedeutet, wonach dann das Substantivum suharratu "Oede, Schweigen, Erstarrung", übertragen vielleicht auch "Trümmer ataub" heissen kann, passt für unsere Stelle gut. Wenn der Parallelismus mit epire (Z. 7)
doi:10.1524/olzg.1917.20.16.24 fatcat:xku4kegtqvc2thzeguinstt7rq