Die Bestimmung des Chinins in Gemischen der Chinaalkaloide, in der Chinarinde und den daraus hergestellten galenischen Präparaten

1903 Archiv der Pharmazie  
Die Schwerloslichkeit der Tartrate des Chinins und Cinchonidins gegeniiber der Leichtloslichkeit der Tartrate des Chinidins und Cinchonins wurde schon mehrfach zur quantitativen Chininbestimmung benutzt, so z. B. von Moens. Jedoch verdanken wir es erst J. H. S c h m i d t , diese Methode so verbessert zu haben, daB dieselbe ale eine gute bezeichnet werden mull. Was zunachst das Verfahren Yon Moens') anbetrifft, so verfuhr derselbe folgendermalien : Das durch Extraktion aus der Chinarinde
more » ... r Chinarinde erhaltene Alkaloidgemisch wurde rnit Hilfe von Salzsaure in wasserige Losung gebracht, so dall die Fliissigkeit 40-50 ccm betrug. Er erwlrmte bis zur Siedetemperatur, neutralisierte rnit Ammoniak und versetzte die filtrierte Mischung mit gepulvertem Seignettesalz (wie er angibt, 0,5 g fur jedes Gramm des zu erwartenden Niederschlages). Der Niederschlag wurde abfiltriert , in Salzslure geltist, die Losung rnit Soda alkalisch gemacht und mit Aether geschuttelt. Nach 1-2 tagigem Stehen wurde die atherische Losung abgegossen , die wasserige Fliissigkeit mit Aether nachgespiilt, der Verdunstungsriickstand getrocknet und als Chinin verrechnet. Dieses Verfahren ist von E d w i n J o h a n s o n 2 ) genauer gepriift; dabei stellten sich viele Fehlerqiiellen .heraw, von denen ich nur eine kurz erwahnen mkhte, welche sich auf die Angaben iiber die anzubringende Korrektur erstreckt. Nach Mo e n s sollen 0,0008 g Chinintartrat fur 1 g Waschwasser berechnet werden. J o h a n s o n fand die Korrektur fiir 1 g Mutterlauge = 0,00098 g und kam sogar splter auf 0,00196 g. Ton sehr wesentlichem Einflu5 auf den Gehalt der Mutterlauge an Chinintartrat ist offenbar anch in diesem Falle die Menge des noch im Ueberschuli befindlichen $2illungsmittels, also hier des Seignettesalzes. Es scheint notwendig zu aein, stets einen groBen Ueberschufl desselben anzuwenden , wodurch die anzuwendende Korrekturzahl annghernd die gleiche bleibt. Ebenso ist es notwendig, ein genau abgemessenes Volumen Wasser zum Auswaschen des Niederschlages zu benutzen. Wird z. B. stets mit 20 ccm Waschwasser nachgewaschen, so geniigt e i n e Korrekturzahl flir Waschwasser und Mutterlauge zusammen. $1 _ _ _ _ _~ 1) Pharm. Jahresber. 1875, S. 99. Niew Tijdschr. vor de Pharm. en 8 ) Archiv d. Pharm. Bd. 210, S . 418. Nederl, 1875, S . 149. Aroh. d. €'harm. CCXXXXI. Bds. 2. Heft. 6 1) S c h m i d t , Pharm. Chem. II., 8. 1434. S) Pharm. Ztg. Bd. 32, S. 23. S c h m i d t , Pharm. Chem. II., S. 1434.
doi:10.1002/ardp.19032410202 fatcat:4actjjrec5b53pp5oxsh276kxy