Vier verwandte Arelatische Diplome Konrads III

Richard Sternfeld
1896 Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung  
167 ganz neu, aber immerhin ungewöhnlich gross und für das Leben des Einzelnen oft recht einschneidend'waren. Kiel. C. Rodenberg. Yier verwandte Ärelatische Diplome Konrads III. Konrad III. hat nicht ohne Glück versucht, eine festere Verbindung Burgunds mit dem deutschen Königreich anzubahnen. Der erste Staufer, der die Krone trug, liess es sich angelegen sein, im Arelat eine Politik zu inauguriren, die dann von seinen grösseren Nachfolgern mit Erfolg fortgesetzt wurde: die geistlichen
more » ... eistlichen Würdenträger gewann er sich durch Verbriefungen, die ihnen, gegenüber den weltlichen, ausgedehntere .Rechte gewährten; er mischte sich in die Streitigkeiten der Laienaristokratie, begünstigte die eine Parthei, um sich auf sie gegen die andere stützen zu können 1 ). Unter seinen Urkunden für einzelne Ärelatische Grosse -es sind ihrer nicht viele -fallen uns vier Diplome auf, die durch die Uebereinstinijnung eines grossen Thejles ihres Textes zusammen zu gehören scheinen, wenn sie auch aus verschiedenen Jahren Konrads herrühren. Es sind die· Privilegien für die Erzbischöfe von Arles (A) und Embrun <E), für den Bischof von Viviers (V) und für den Edlen von .Clerieu (C). Diese Diplome, mancher Eigenschaften halber verdächtig, daher von den Forschern bald für acht, bald für gefälscht gehalten, sollen hier .eingehender, geprüft werden 2 ). J. Das Privileg für Arles. -Das älteste unserer vier Diplome ist der Datierung nach das für das Erzbisthum Arles (A) 3 ). Diese ') Hüffer, Das Verhältnis Burgunds zu Kaiser und-Reich-unter Friedrich I. <Paderborn 1874) S. 23 ff. -Fournier Le royaume 'd' Arles 1138-1378 (Paris 1891) S. 5 ff. 2 ) St. 3526-28 und 3584 hält Α und C für gefälscht, Ε und V für echt. Hüffer hält Α, Ε, V für ächt (S. 25), C in der vorliegenden Form für zweifelhaft, •den Inhalt für authentiech (S. 70). Fournier hält alle für verdächtig, C für gefälscht (S. 13 und 18 Anm.). Bernhardi, Jahrbücher Konrade III. (S. 533 Anm. 65 und S. 891 Anm. 19) hält Ε und V für ursprünglicher, Α für danach gefertigt, € für Fälschung. Ficker, Reichsfürstenstand S. 302, 305 und 26, zweifelt nicht an der Aechtheit. 3 ) Saxi, Pontiflcium Arelatense, (Aix 1629, S. 226) hat neben manchen andern Fehlern des Abschreibers im Datum ,anno quinto VII·, wo für quinto natürlich vero zu lesen ist. -Eine Copie Arndts, die ich durch die Güte des Herrn Professor Scheffdr-Boichorst erhielt, enthält den "Vermerk : , Ex originali spurio Arch; Massiliensis. Das angebliche Or. Μ groben Schriftzügen im Livre d'or f. 71, Siegel verloren', ohne -weitere Gründe für den Verdacht. Wahrscheinlich handelt es sich hier um eine ziemlich' gleichzeitige' ßopie. Brought to you by | provisional account Unauthenticated Download Date | 6/29/15 8:50 AM
doi:10.7767/miog.1896.17.1.167 fatcat:5jnpxxqisnbcphfbleqddcknmm