Tattoo pigments in skin: determination and quantitative extraction of red tattoo pigments

Eva Engel
2008
Die Popularität von Tätowierungen hat in die letzten Jahren stark zugenommen. In den USA sind bis zu 24 % der Bevölkerung tätowiert, die Zahlen in Europa sind ähnlich. Für die farbigen Tätowierungen werden mehrheitlich Farben auf der Basis von industriellen, organischen Pigmenten eingesetzt, wie z.B. wie Azoverbindungen oder polyzyklische Verbindungen. Diese Pigmente werden eigentlich zum Färben oder Lackieren von Konsumgütern produziert (z.B. Autolacke). Die Toxizität und Karzinogenität von
more » ... rzinogenität von chemischen Verbindungen, wie auch deren Licht induzierten Spaltprodukten, hängen unter anderem von deren Konzentration in der Haut ab. Bisher war die Menge an Pigment, die beim Tätowieren in die Haut eingebracht wird, völlig unklar. Zur Bestimmung des Gehalts an Tätowierungspigmenten in der Haut wurde erstmals ein Extraktionsschema etabliert, mit dem zwei weit verbreitete Azopigmente, Pigment Red 22 (PR 22) und Pigment Red 9 (PR 9), und deren Laser-induzierten Spaltprodukte quantitativ extrahiert werden können (HPLC DAD-Technologie). Die Pigmente konnten fast vollständig lysierter Haut (> 94 %) extrahiert werden. Bis auf ein sehr flüchtiges Spaltprodukte konnten die Spaltprodukte nahezu vollständig (~ 100 %) extrahiert werden. Dieses Extraktionsschema war die Basis für die anschließenden Tätowierungsstudien. Durch fachgerechtes Tätowieren wurde exzidierte Schweinehaut und Menschenhaut mit PR 22 in verschiedenen Konzentrationen und verschiedenen Nadelformen und Nadelgrößen tätowiert. Somit konnte erstmals die Menge an Farbstoff quantitativ bestimmt werden, die durch Tätowieren in die Haut eingebracht wird (Durchschnitt 2.53 mg/cm2). Da PR 22 durch Laserlicht in toxische und z.T. karzinogene Substanzen gespalten werden kann, wurde der Einfluss von UVB-Strahlung und natürlichem Sonnenlicht auf PR 22 untersucht. Dazu wurde PR 22 in verschiedenen Lösungsmitteln gelöst und entweder mit UVB-Strahlung oder mit natürlichem Sonnenlicht bestrahlt. In allen Lösungsmitteln konnte zweifelsfrei die Licht induzierte Spaltung des Pigments [...]
doi:10.5283/epub.10673 fatcat:jkrei3qvuzf5hkpumm7g2nopzq