Forum Mittelalter

2005 Das Mittelalter: Perspektiven mediävistischer Forschung  
Ziele Der Mediävistenverband verfolgt mit der Nachwuchstagung Analogie folgende Ziele: -Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften in historischer und theoretisch-methodischer Perspektive miteinander ins Gespräch zu bringen. -Doktorandinnen und Doktoranden der mediävistischen Fächer auf eine Weise zu fördern, welche sie zu innovativen Ansätzen und zum transdisziplinären Dialog ermuntert. Thema Die Analogie hat seit ihrer Abwertung durch Kant und Hegel einen schweren Stand in der
more » ... Diskussion der Moderne. Der Begriff dient schon lange vorzugsweise in einem Fortschrittsparadigma als Kennzeichnung einer überwundenen Phase der Denk-und Technikgeschichte. Die Forschungspraxis jedoch hat sich von der Analogie keineswegs verabschiedet; Vergleiche, Übertragungen, Verhältnisbestimmungen und Modelle sind quer durch alle Fakultäten an der Tagesordnung. Von dieser Seite her zeichnet sich denn auch eine gewisse Rehabilitation der Analogie ab. Didaktisches Konzept Die geplante Nachwuchstagung des Mediävistenverbandes kombiniert Theoriegeschichte und Forschungspraxis. An der Tagung nehmen erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturund geisteswissenschaftlichen Disziplinen sowie Doktoranden und Doktorandinnen aus mediävistischen Fächern teil. Beide Gruppen leisten ihren je spezifischen Beitrag zu einer doppelten Historisierung des Analogiebegriffs: 1. Die Doktoranden präsentieren in ihren Tischvorlagen mittelalterliche Analogiekonzepte. Die erfahrenen Wissenschaftler fuhren in ihren Impulsreferaten exemplarisch einen bestimmten disziplinär geprägten Analogiebegriff aus Geschichte oder Gegenwart vor. Die Diskussion soll deshalb unter diesem ersten Aspekt die Wissenschaftsgeschichte des Analogiebegriffs im Spiegel der verschiedenen Fächer zum Thema haben. 2. Alle jeweils fachfremden Wissenschaftler, insbesondere aber diejenigen aus nicht-historischen Disziplinen wirken als Reflektoren, indem sie die Forschungspraxis der (anderen) mediävistischen Fächer von außen betrachten. Dadurch werden die Doktorandinnen und Doktoranden aufgefordert, die eigene Forschungspraxis im Kontrast mit Methoden anderer Disziplinen und Zeiten zu reflektieren. Diese doppelte Historisierung soll das Bewusstsein schärfen, dass die eigene Forschungspraxis sich oft eben der Mittel bedient, die sie untersucht, also in den historischen Zusammenhang eingebunden ist, den es zu analysieren gilt. Das Fortschrittsparadigma und die eindeutige Teilung in moderne Methodik einerseits und mittelalterlichen Untersuchungsgegenstand andererseits wird damit hinterfragt und durch eine differenziertere Sicht auf das Verhältnis zwischen (Wissenschafts-)Geschichte und Forschungspraxis ersetzt. Brought to you by | Universitaetsbibliothek Basel Authenticated Download Date | 10/18/17 9:15 AM Mögliche Bearbeitungsfelder Die Einzelbeiträge der Doktorandinnen und Doktoranden müssen sich immer auf einen mittelalterlichen Analogie-Begriff beziehen (analogia, proportio, proportionalitas, auch similium conparatio, convenientia, similitude, flgura, typus), indem sie mittelalterliche Theorien oder begriffsgeschichtliche Erörterungen analysieren. Allenfalls kann diese Analyse kombiniert werden mit der Erprobung der historischen Begrifflichkeit am zeitgleichen Material. Ausgeschlossen sind jedoch Analysen, dieohne einen ganz bestimmten mittelalterlichen Analogie-Begriff zu diskutieren -nur nach Analogien im Untersuchungsmaterial suchen. Als Hilfe zur Einordnung der verschiedenen Konzepte soll jeweils dargelegt werden, inwiefern sich das bearbeitete Analogiekonzept von der geometrischen Analogie nach Archytas von Tarent (a: b = b: c) unterscheidet. Folgende Bereiche stellen Vorschläge für mögliche Sektionen dar. Definitiv werden die Sektionen erst nach Eingang der Exposes festgelegt.
doi:10.1524/mial.2005.10.2.148 fatcat:eif7c4y5dnfcfkksrx4rzjrrcy