Neue Untersuchungen über die Chlorine

Gay - Lussac
1815 Annalen der Physik  
Mitgl. des kon. I d . (vorgelefen in d. laff. qrn I. Aug. 1814) frei bearbeitet nnd eriantert von Gilbert. D i e t e r Berrbeitnng kiegen zwei Anbiinge au H e m G a y-L u f fa c's Mdmoire J%r I'iode ziim Grunde. Meine Lerer wiflen, daG Chlorine der Suel-ft von Hrn. D a v y in Vorrcblag gebrachte und jetzt in England allgemein tbliche, (von Hrn. Gay -LulIac aber, dem hierin die franz6lifcben Chemiker get'olgt find, in Chlore umgewandelte. I Name des LiichR wabrfcheinlicb cheniilch-einfarhen
more » ... ilch-einfarhen Wefens i R , welches man bio vor Kunem oxygenirtfulzfurtres Gas gearlint h a t So viel uas auch fchon von diefem bereiw oft iinterfnchten Kiirper und von den verfchiedenen Zufiiinden dendben bekannt war, ( a h oxygmirt-JuIz.tirres Gas, und in den iibernxygenirtfizfutrren &&en, der EiLchIorine, dem gemeinen faZzJtmren Gas und in denJalzJjrrrren Saleen. Namen, webhe nun aus der wiflenfchrftbchen Chemie verfchwinden,) To lehren uns doch die neuRen UnterfucbnnRen des Hrn. G a y -L d a c faR eben Io viel Neues tber diefe Gegenliiinde, a h wir feinen erfien Arbeiten iibor die Jodine oecdanken. bar8 iibrigens unter Chlorine diefes Wefen 5n feiner-reinfien, d. h. in der Gas-Gehlt, verRanden wvird, indcls das, was man tropfbar-fliiffige oxygenirte SaleEure genannt hat, von WaIrer eingefchliirfte und verdichtete Chlorine ifi,und daTs vtllig trockne Chlorine auf die Pflanzenfarben nicht zeagirt, Jich ruch nicht, nach Art der Siuren, mit Matalloxydcn und Snlzbafen und nur mit folchen verbindet, fimdern lich, nach Art dvs Scliwefels and der Yhosphbrs, tinmittelbar mit den Me:allen vereinigt, (nlro nicht rnit den Sauren in Eine KlalTe ZLI bringen ill. wie man das ehemrls t h a t ; )alles dis, darf i& annehmen', ifi ineincn Lefern RUS den Verhandlungen der Herren D a t y und G o y -L u f f a c iiber diefes hsrhfi mrrkwiirclige Vl' efeen, wclche lie in diefen Annalen vollllindig gefunden baben, hinlinglich &kannt. ' G i l b e r t . I[ch habe nachgcwic!'en, dafs Chlorine, Sclrwefd und Jodine lehr vie1 he1:nliclies init einander ha-be0 *). Es war zii erwarren, dafs Gch aw diehr Aehnlichkeit nrehr Licbt iiber einige Verbindungem der Chlorine wiirde vt.rbrcit.cn Iaflm, bei denen no& manches i m Dunkel iind nirht allps gehorig eufgeklsrt ifi. I& will verfuchen, dieres Dunkel hier zu zer Iireu en. Wir find, Hr. T h e n a r d und i c h , die&fien gewefen, welche durch eine Heihe zahlreicher, uns eigner' Verfuche dargethan haben, da& Ech die *) Im vorigcn Sliick S. ~65. C. c 317 1 oxygenirte Selzfiure Fir chemifcheinfach nehmen lafst * weil es kein Mittel giebt , in ihr die Gegenwart von SauerfiofF unmittelbar darzuthun. Wir hatten diefe Hypothefe in der AbhanJIung, welche wir in der Gefellfchaft zu Arcucil am 16. Febr. 1809 vorselefen hrben '), fdbh umltiinrtlich entwickelt; fie fchien aber fo suherordentlich, dat Hr. Bert h o l l e t uns aufforderte, von ihr nur mit der gri;fsten Zuriickhrltung zu reden. Diefe Hypothere war damalr in der That ganz m u , (fagt gleich Hr. D a v y in l'einer ALhandlunlq uber die oxyge nirteSalzGure, fie fey die Hypithefe S ch e e I e's, **)) und lie errchien aus keinem andern Grunde auterordentlich , als weil lie einer AnIicht widerfprach, die durch lange Gewohnheit und durch vorziigliche Arbeiten beglaubigt worden war. Schon dadurch, dars wir gegen die angenoaimenen Meinungen anrtiefsen, gekhah ein Ledeutender Schritt zur Kcnntnih der wahren Natur der oxygenirten Salzraure, denn es war hier in der That einer der Falle, von denen die Behauptung gilt, dal's es vie1 leichter fey, eine neue Wahrheit zu finden, als einen alten Irrthum zu erkennen; und wir fordern euriick (recZamom) als unl'er Eigenthum die Entdeckung, dab fich die oxygenirte Salzraure fiir chemifch-einfach nehmeo IiiLst. Herr U a v y hat den Schlut, den wir aus unfern Verruchen gezogen hatten, angenommen, den Grad der Gewilbheit defI'elben aber ') Diefe AnnoIan B, 35. S. 8. ' 3 DieG Annalen B. 39. S, I f. 0. G. *) Die HH. Gay-LuCCrc und T h e n a r d batten khbei ihren gemeinfchnfdicheo VerCuchen dcnl'elben Erfolg mit BIeiozyd erhrlteo. Alr lie rcchr reinc Eifmdrehfptihns in einem ganc reinen Fhrenhuf bir cum fchwachen Rolh,&ihen 'crhitzten, d a m an dai eioe Ende der &ub eine Entbindunprohre , die lich unter QueckGlber andigte. und an dem aodern Ende eine Tnbalatretone. in der Iich faIdaares Gar enibrnd, ankittoten, welche durch e i w uoter QueckGlber fich endipnde, in dem Tubulur eiegekirtete Rohre gegen dar ZerCpriogen glichert wurde, entbrnd Gch nichtr alr Wnflerfioffgos, and eine g r o h Mengo des Eifeos harte lich in Cogenanntcr JaIzJaurer Egen (Chlorin-Eifen' rerwandelr; ein Erfolg, den man Lei ou Itarkern Gliihen der Lade nicbr erhiilt. C i l b . .[ S2a 3 Aus dem vorhehenden Verhiiltnill'e und dem Mifchungs-VerhbltnilTe des Igldauren Kali , wie es Hr. Berzelius benimnrt ' ) (Salzfaure 36,566 und Kali 63,434 Thiile) ergeben lich die beiden f olgenden Vcrhaltnifie fiir die Mifcliung drr Chlorine-Xolinm and der Kali Chlorine zoo Thlo Krlium m o Thle. Kalium I I 1,31 Sruerlioff 20,435 Ich habe dicfes letztere blikhungs -VerhiltniG an-genomrne~~, da es iiberdem nur wcnig abweicht von dem, welches wir, Hr. T h e n a r d und ich, bei unl'era gemoinfchafdichen Verfuchen direct gefunden haben *' ). Noch Folgt hieraus, dafs das Y e r h 2 t u~s des SauerJioJs zur Chlorine wie 10 : 43,99, oder in funden Zahlea, wie 10:44 iR -1, und alfo ungefahr 54 Ma1 griiler, als das VerhiItnili, worin Sauerfioff und Jodine zu einander Rehn t). Bo-*) In diefen Annrl. B. 58. S. 170. o. 9 . 1 Brmorkuap~ Gber dido Bcrschnung findat der Lder in der crJten der Erliiuterungen, welr.la ich dialer Abhmd-4") t iR nimlich S. 25 gsfiindea nordea, drfr drr Vsrhiltnil's, worin Srtierf€a$ und Jodine Ech mit rudern Kiirpern und mit sinandar f'elbli rerbindm. drr von 10: 156,ar in. Hier findet lich dar Verhiiltnifr, worin Sauerlioff und Chlorine Ech mit sudera Riirpern rerbindet, 10:44. Es aber if n a b 31 Ma1 fo grors r l s 2, fo drfr Hr. 156.11 G r g -L u f l r c die Griilse drr VarhiiltniKe nrch Art der Alteo, und nicht nrch dcm rcchiut , war die Ncucren fir lung .n ngebing t hr be. c. &ti Exponenten der VerhaltnilTes ndimen. C. t ) Uiafer iR aimlich d r r Vuhaltnifo, norin die mit ~lsichsn t 3a3 3 technet mrn nrch dieba Verhiiltn@n und nach Jar Dichtigkeit der Jodine, welche wir 0,6r95 p funden beben [l: S. 153, die der Chlorine zvkomnrende Dicbrigkeit. f.0 finder lich diere gieich 9,427. Leitet man lie dagegeo am der Did& keit des ChIorine-W8llirCtofigrn g k b f,#7 ab, fo ergiebt Li e Lich a,41r *). s) Wahre Natur dsr Erchlortnc m d dar brygcnirtb fd;. Chlorin friure.. fouron &lta (Chlorln -OWd t ehlorirJiura 6daa. Bri der groben Aehnlichkait, welche fich zwi. fchen dcr Jodine und der Chlorine in ihrem #anZen Verhalren reigt, muhte ich bald a d die Vcrmuthung kornrnen , riafs die IoRenanntcn iiberoxygenirt-l'alzlkuren Salze den jodidauren Salzcn analog, das heibt, Verlindungcn von Alkalien mit einer Saure lipd , welche a w Chlorine und Sauwfipff beltrht. D a h abeo das von Herrn D a v y entdeckte leicht detonirende Gas, welches er Buchlorine ge-*' ) In diefen A n d m B. B. S. 9;. G.
doi:10.1002/andp.18150490405 fatcat:2iznem6fjbfjve6rthnnit47du