in Kassel Innovative Abwicklungsformen für Bauprojekte: Partnering und PPP

Rolf-Dieter Postlep, Rolf-Dieter Postlep, Ing Volkhard, Franz Prolog, Ing Franz
2006 unpublished
Meine sehr geehrten Damen und Herren, seien Sie herzlich willkommen in der Universitätsstadt Kassel aus Anlass des vierten Symposiums des Instituts für Bauwirtschaft (IBW). Diesem Institut gehören Fachgebiete aus den beiden Fachbereichen Bauingenieurwesen und Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung an. Das unterstreicht den in Forschung und Lehre gewählten interdisziplinären Ansatz, der das Institut von vergleichbaren Einrichtungen vieler anderer Hochschulen abhebt und der auch typisch
more » ... für die Universität Kassel. Das Symposium steht in diesem Jahr unter dem Rahmenthema "Innovative Abwicklungsformen für Bauprojekte: Partnering und PPP". Gerade anhand dieses Themas wird deutlich, dass die Praxis in stetig zunehmendem Maße nach interdisziplinären Lösungswegen verlangt. PPP-Projekte bedingen die enge Zusammenarbeit von Ingenieuren, Architekten, Ökonomen, Juristen und Verwaltungswissenschaftlern mit dem Ziel, öffentliche Bauvorhaben für alle Beteiligten effizienter als bisher zu realisieren. Partnering in der Bauwirtschaft erfordert auch die kooperative Zusammenarbeit von Bauingenieuren und Architekten in den Bauprojekten von einem möglichst frühen Zeitpunkt an. Das interdisziplinäre Lehrangebot des Instituts für Bauwirtschaft soll mit dazu beitragen, dass beide Gruppen bereits in ihrer Ausbildung ein gegenseitiges, teamorientiertes Verständnis entwickeln. Die Teilnehmer der heutigen Veranstaltung -Vertreter aus Bauherrenorganisationen, Bauindustrie, Architekturbüros, Ingenieurgesellschaften, Anwaltskanzleien, öffentlicher Verwaltung und baubetrieblicher Forschung -werden konkrete Anwendungsaspekte innovativer Projektabwicklungsformen detailliert beleuchten, bewerten und diskutieren. In beispielhafter Weise wird damit die Aufgabe der Universität, Wissen zu generieren und zu transferieren, umgesetzt. Insbesondere der fruchtbare Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis wird vom Institut für Bauwirtschaft schon seit Jahren in und außerhalb der Region aktiv betrieben. Mit dem alle zwei Jahre stattfindenden IBW-Symposium schafft es eine angesehene Plattform zur Vorstellung neuer Entwicklungen und Diskussion aktueller Themen. Ihnen allen wünsche ich einen interessanten und erfolgreichen Verlauf des vierten IBW-Symposiums sowie einen angenehmen Aufenthalt in Kassel. IX In diesem Jahr findet zum vierten Mal ein wissenschaftliches Symposium des Instituts für Bauwirtschaft (IBW) in Kassel statt. Damit will das Institut den Meinungsaustausch zwischen Wissenschaftlern und der Praxis zu wichtigen Themen der Bauwirtschaft fördern. Des Weiteren soll die Zusammenarbeit aller am Baugeschehen beteiligten Partner weiterentwickelt und verbessert werden. Das IBW wurde im Jahre 1998 als eine interdisziplinäre wissenschaftliche Einrichtung der beiden Fachbereiche Bauingenieurwesen und Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung von den Professoren Franz, Keller und Rösel gegründet. Heute besteht das Institut aus dem Fachgebiet Bauwirtschaft/Projektentwicklung, das von Herrn Prof. Dr.-Ing. A. Busch geleitet wird, dem Fachgebiet Baubetriebswirtschaft, geleitet von Herrn Prof. Dr.-Ing. P. Racky, dem Fachgebiet Bauorganisation und Bauverfahren, geleitet von Herrn Prof. Dr.-Ing. V. Franz, und dem Fachgebiet Bauinformatik, geleitet von Herrn Prof. Dipl.-Ing. B. Stolzenberg. Beschäftigt sind am Institut derzeit 15 Doktorandinnen und Doktoranden sowie 10 wissenschaftliche und administrative Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gemeinsam beschäftigen sich alle Fachgebiete mit interdisziplinären Themen der Bauplanung, Ausführung, Organisation sowie den ökonomischen und rechtlichen Aspekten der Bauabwicklung. Wesentliche Aufgaben des IBW sind neben der wissenschaftlichen Forschung auf den verschiedenen Gebieten der Bauwirtschaft die Bereitstellung und Organisation der baubetrieblichen und bauwirtschaftlichen Lehre in den Studiengängen Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung sowie Bauingenieurwesen und Wirtschaftsingenieurwesen (Fachrichtung Bau) an der Universität Kassel. Pro Jahr werden vom IBW insgesamt 38 Lehrveranstaltungsreihen durchgeführt. Unterstützt wird das Institut dabei von zahlreichen externen Lehrbeauftragten aus der Praxis. Gerade die gemeinsame Organisation der Lehre im IBW führt bei den Studierenden im Architektur-und Bauingenieurstudium zu einem kooperativen Bewusstsein, das sie mit in die Praxis nehmen. Es erleichtert somit das Verständnis für eine kooperative Zusammenarbeit in den Bauprojekten. Weitere wichtige Schwerpunkte der Arbeit des IBW sind die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der regionalen und überregionalen Bauwirtschaft zur Realisierung einer praxisnahen Forschung, die Beratung von Bauunternehmen und Planungsbüros, die Zusammenarbeit mit den regionalen baubetrieblich orientierten Franz, Volkhard XI Bildungsträgern sowie die innerbetriebliche Weiterbildung von Führungskräften der Bauwirtschaft. Das IBW hat sich in den vergangenen acht Jahren zu einem wichtigen Ansprechpartner der deutschen Bauwirtschaft entwickelt und darüber hinaus internationale Kooperationen mit Universitäten in China, Indonesien, Österreich, Russland und Syrien aufgebaut. Nach dem großen Erfolg des dritten Symposiums im Jahre 2004 mit dem Thema: "Partnerschaftliche Vertragsmodelle für Bauprojekte" behandelt das diesjährige Symposium, unter wissenschaftlicher Leitung von Herrn Prof. Racky, innovative Abwicklungsformen für Bauprojekte: Partnering und PPP. Das Symposium soll dabei die Entwicklung in diesem Bereich in den vergangenen zwei Jahren behandeln und neue Ansätze aus der Praxis sowie zukünftige Perspektiven aus der Forschung aufzeigen. Public Private Partnership (PPP)-Modelle für öffentliche Bauvorhaben sowie Partnerschaftsmodelle für private Bauvorhaben etablieren sich zunehmend auch auf dem deutschen Baumarkt. In Forschung und Praxis finden derzeit verstärkte Auseinandersetzungen mit diesen innovativen Formen der Projektabwicklung statt. Die Anzahl der mit ihnen abgewickelten Bauvorhaben steigt stetig. Für die Projektbeteiligten stehen dabei die Ziele Effizienzsteigerung, Wirtschaftlichkeit und Konfliktvermeidung im Vordergrund. Dieses Symposium soll auch berichten von den Erfahrungen aus abgeschlossenen und laufenden Projekten, damit alle Teilnehmer daraus lernen und ihre persönlichen Rückschlüsse hieraus für ihre zukünftige Arbeit ziehen können.
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