Der Eunuchus des Terenz und seine Vorlagen

Alfred Klotz, Würzburger Jahrbücher Für Altertumswissenschaft
2015
Es ist begreiflich, daß der Eunuchus des Terenz immer wieder dazu ver lockt hat, das Verhältnis dieses Stückes zu der griechischen Vorlage, dem Evvov%oq Menanders, zu untersuchen und festzustellen, worin der römische Dichter von diesem Stücke abgewichen ist. Er hat ja im Prolog (30ff.) selbst durch seine Andeutungen den Weg erleichtert. Sein Nebenbuhler Luscius Lanuvinus hatte bei der Probevorstellung vor den Ädilen ausgerufen, Terenz habe die Personen des Parasiten und des Soldaten aus dem
more » ... oldaten aus dem Oolax des Naevius und Plautus gestohlen, weshalb sein Stück nicht als eine fabula nova gelten könne. Dagegen verteidigt sich Terenz: er habe seine römischen Vorgänger nicht gekannt, sondern beide Rollen unmittelbar aus dem Koka!; Menanders übernommen: Colax Menandrist. in east parasitus colax et miles gloriosus: eas se non negat personas transtulisse in Eunuchum suam ex Graeca. Die ältere Literatur, die E. Meyerhöf er, Der Aufbau des terenzischen Eunuchus 1927,6 verzeichnet, ist dadurch überholt worden, daß man in jener Zeit vom KoXat; des Menander nur sehr wenig wußte. Aber auch W. J. Oude geest, De Eunuchi Terentianae exemplis graecis 1906, hat die neugefundenen Bruchstücke dieser Komödie (Pap. Oxyrh. 709) nicht verwertet, obgleich sie bereits seit einigen Jahren bekannt waren. Sie hat E. Leo, Nachr. Gött. Ges. 1903, 673, erfolgreich behandelt und damit die Untersuchung über Terenzens Verhältnis zu Menander auf eine neue Grundlage gestellt. Über einige Szenen des Eunuchus hat G. Jachmann, Nachr. Gött. Ges. 1921, 69-88, gehandelt. Eine einzelne für die Beurteilung von Terenzens Fähigkeiten wichtige Frage, die Rolle des Antipho (III 4.5), hat G.Pasquali, Studi Ital. N. S. 13 (1936) 117, untersucht, indem er das von Jachmann bei Donat Eun. 537 bene inventa persona est cui narret Ghaerea, ne unus diu loquatur, ut a / pud Menandrum beseitigte Zeugnis über die Abweichung Terenzens von der Vorlage verteidigt. Mit viel Scharfsinn, aber mit wenig Glück, hat E. J. Kuiper, Grieksche Ori gineelen en latijnische Navolgingen zes komedies bij Terentius en Plautus (Verhandl. d. kon. Akad. van Wetensch.te Amsterdam, Afdeeling Letterkunde, Nieuwe Reeks, Deel XXXVIII Nr. 2 (1936), 15-51, versucht, aus der römi schen Komödie ein Bild der griechischen Vorlage zu gewinnen. Über den Parasitenmonolog II 3 handelt K. Büchner, Studi Ital. N. S. 14 (1937) 150-166. Im Anschluß an Jachmann hat H. Drexler,'Herrn. 73 (1938) 73-98, für einige Szenen des Eunuchus die Analyse durchzuführen gesucht, während U.
doi:10.11588/wja.1946.1.23102 fatcat:efuldpk5wzbfncoi2vvgaarrne