Journal-Angelegenheit

J. Cabanis
1858 Journal of Ornithology = Journal fur Ornithologie  
93 etwas so Zauberhaftes, Diehterisehes, dass sie selbst den rohen Matrosen mit Bewunderung erfiillen. ,Geister der im Meere Begrabenen" nennt sie seine Sage; Geister, Gespenster scheinen sie zu sein, denn wirklich geisterhat't ist ihr ,Gehen und Laufen auf den Wellen." Ieh miisste bei jedem einzelnen Schwimm-und haupts~ichlich Seevogel stehen bleiben, wollte ich ausfUhrlieh werden. Jeder yon ihnen hat, mehr oder weniger, seine eigne Weise, seine eigne Bewegung; abet allen diesen ~,ersehiedeuen
more » ... esen ~,ersehiedeuen Bewegungen ist etwas unbesehreiblieh Anziehendes~ Verloekendes gemein: das nenne ieh eben die Poesie tier Bewegung. leh will, um Dieh nieht zu ermiiden~ Dieh nieht noeh einreal auFs Meet fiihren, um vonseinen Seharben, Lummen, Alken, TOlpeln zu spreehen: eines Vogels muss ieh jedoeh noeh gedenken, zumal da Du denselben im Sommer und Winter mitten im Lande auf Seen, Fliissen und Teiehen sehen kannst. Ieh meine denSteissfuss, irgend einen der versehiedenartigen, welehe wir kennen. Kann es wohl etwas Lieblieheres geben, als das Sehwimmen und Tauehen dieses Thierehens? Sein Versehwinden gesehieht so sehnell, dass Du gar nieht begreifen kannst, wie es m0glieh war, und noeh lange auf die leere Stelle schaust" welehe die weiter und weiter rollenden Wellenringe Dir bezeiehuen; seinWiederauftauehen ist so plOtzlieh, dass Du ihn immer yon Neuem verwuudert und entzfJekt betraehtest, als h~ttest Du ihn vorher nie gesehen. So wie der Yogel steigt ein Gedieht auf im Meere der Gedanken einer Diehterseele, so wie er reisst es bin, wenn es sieh so harmoniseh gestaltete wie er, weleher einer Bltithe gleieht, die das Wasser geboren. Jetzt, hoffe ieh, wirst Du verstanden haben, was ieh mit den Worten l)ir sagen wollte: ,Der ganze Vogel is~ ein poetisehes Bild~ e in Gedieht!"
doi:10.1007/bf02018761 fatcat:xrmsbumjcne7dp4wmo47oritza