Neue Apparate in der Kaliindustrie

F. Crotogino
1922 Angewandte Chemie  
ferner, will man nicht zu viel Rader ausfiihren, das VerhIltnis der Austrittsgeschwindigkeit des Dampfes aus den Beaufschlagungssegmenten zur Radumfangsgeschwindigkeit zu weit von den theoretisch gunstigsten Werten entfernt bleibt. Jedenfalls vermag die Kolbenmaschine aus einer gegebenen Dampfmenge etwa ein Drittel bis ein Halb mehr a n Leistung herauszuliolen, als die Dampfturbine, wohlverstanden bei Gegendruckbetrieb. So viel iiber die generellen Gesichtspunkte, welche der Kraftwirtschaft der
more » ... Kraftwirtschaft der Kaliindustrie zugrunde liegen sollten. Untersuchen wir nun, in welchem MaBe sich der praktische qetrieb der Werke diesen Anforderungen anpassen I a t , so finden , . , dad wohl niemals Kraftund Warmekonsum gerade im richtigen -ihiiltnis zueinander stehen, entweder wird mehr Kraft benotigt, wie aus dem Fabrikdampf herauszuholen ist, oder umgekehrt. Man w k d also den IdealprozeiJ nicht in vollem Umfange verwirklichen konnen! Im ersteren Falle, bei groBerem Kraftbedarf, wird man ge-nWigt sein, teilweise zum Kondensationsbetrieb zu schreiten, indem man der Gegendruckmaschine eine Niederdruckstufe mit Kondensation naehschaltet, welcher automatisch durch eine Reguliervorrichtung soviel des Abdampfes der Gegendruckstufe zugefiihrt wird, dafi der fehlende Kraftbedarf vom Niederdruckteil gedeckt wird. Oder man wird, bei groderem Dampfbedarf der Fabrik, einen Teil des Fabribdampfes unter Umgehung der Gegendruckmaschine direkt vom Kessel aus durch ein Reduzierventil in die Abdampfleitung geben. Das bedeutet naturlich in beiden F;illen eine Verschlechterung der Okonomie, denn im ersten Falle wird der Hauptwtirmeinhalt des dem Niederdruckteil zugefuhrten Dampfes im Kondensator vernichtet, und im zweiten Falle kann man den Vorteil der fast kostenlosen Gewinnung von Arbeit im Hochdruckteil fiir den Umfiihrungsdampf nicht ausnutzen, wenngleich der zweite Fall nicht annahernd 60 verlustreich ist wie Fall 1, da durch das Herunterdrosseln des Umfiihrungsdampfes auf den Gegendruck keine nenmnswerte W h m e verloreageht, da nur eine Umformung der Warme stattfindet. Aber noch andere Grlinde konnen dazu zwingen, von dern verlaiigten Idealprozelj abzugehen, und z. B. an Stelle der wtirmetechnisch fur richtig erkannten Dampfmaschine die Dampfturbine zu wiihlen. Dieser Fall wird eintreten bei groljen Maschinenleistungen, da wird die Kolbenmaschine durch den teueren elelrlrischen Teil und durch die schweren *Fundamente gegeniiber der Turbine zu teuer, die Grenze diirfte hier zwischen loo0 und 1500KW liegen. Oder es kann der Fall vorliegen, dad so groSe Dampfmengen zu bewaltigen sind,
doi:10.1002/ange.19220356212 fatcat:hofa5z3uuffyfndp3shq36mq6u