Zur Kenntniss der Coniin-Gruppe

A. W. Hofmann
1885 Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft  
Verf. in der Sitzung am 12. Januar.] . 11. E i n w i r k u n g d e s B r o m s i n a l k a l i s c h e r Liisung a u f d a s Coniin. Ausgangspunkt diesee Theile meiner Arbeit ist die Untereuchung des Verhaltens, welchee die Amide unter dem Einflusse einer alkaliechen Bromliieung zeigen; die Ergebnisse dereelben eind der Geeellschaft echon vor etwa zwei Jahren vorgelegt worden.') Die Producte, welche unter dem Einflusse des Brome aus dem Coniin hervorgehen, sind sehr mannichfaltig und werden
more » ... ltig und werden zumeist durch die Gewichtsverhiiltnisse bedingt , in denen beide Substmzen auf einander wirken. Es ist daher nothwendig, bei dieeen Versuchen die Wage stets zur Hand zu haben. Die im Folgenden verzeichneten Oewichtaverhlltniese sind das Ergebniss zahlreicher Versuchc; es sol1 nicht behauptet werden, dass es die vortheilhaftesten seien, wold aber, daes wesentliche Abweichungen von denselben oft ganz andere ale die beechriebenen Erscheinungen hervorrufen. Der Wechselwirkung zwischen Coniin und Brom ist bereits friiher (vergl. S. 13) fliichtig gedacht worden. Versetzt man Coniin mit Brom, so tritt eine heftige Reaction ein, deren Producte ich nicht weiter verfolgt habe; auch bei Gegenwart von Wasser erfolgt eine, wie ee scheint, complexe Umbildung. Einfacher gestalten sich die Verhiiltnisee, wenn man Brom auf ein Coniinsalz einwirken liisst. Uebergieset man trockenes ealzsaures oder bromwasserstoffsauree Coniin mit Brom, so liisen sich die Salze a u f , und bei liingerem Stehen an der Luft scheiden sich unter Abdunsten von etwaa Brom dunkel getlirbte, ziemlich bestiindige Krystalle aus. Hat man die Salze in Liisung angewendet, so schliigt sich dieses Product in Gestalt einee dunkelen, schweren Oeles nieder. Weder das starre noch das fliiseige Product, welches je nach der Mmge des angewendeten Brome gewies eine verschiedene Zusammensetzung hat, ist der Analyse unterworfen worden. Man hat es hier offenbar mit Additioneproducten zu thun, nnd wenn Salz und Brom im Verhiiltnisse von 1 Mol. zu 1 Mol. angewendet worden sind, so wird man nicht fehlgehen, wenn man die sich anescheidende Verbindung als CeHITN. H B r . BrBr 1) Hofmann, diose Berichte XIV 2725, XV 407, 752, 762.
doi:10.1002/cber.18850180126 fatcat:3ibdgzuv7vaijap4vuefwhrm7u