Zur Medicinalpolizei

1853 Archiv der Pharmazie  
Beleg f i r Mange1 im Medicinalwesen. Am 29. Juni bezog die hier mit Parfiimerien und A r z n e i w a a r e n handelnde Judin P . . . ihr neues Quartier, und wollte Aether in den Keller bringen, hatte zn dem Zweche ein hrennendes Licht auf die Kellarstufen gesetzt, und ging nun mit einer grossen Flasche voll Schwefelather in den Keller, verfehlt wahrscheinlich eine Stufe, fallt, eerschlagt die Flasche und sol1 darauf, ohne das Licht auszuloschen, die Treppe hernufgekommen sein, und iiher dcu
more » ... lust geltlagt haben, bald, nachdem sie sich von dem Schrcclc erholt hatte, aber wieder in den Keller gegangen sein, dessen Thiir sie zugemacht hatte. Ihr folgte eine alte Frau, die sie zur Bedienung hatte, mit einer grossen Flasche E a u de Cologne. Kaum waren Beide einige Stufen herabgestiegen, als der Aetherdampf sich mil Explosion entziindet, dureh welche auch die Flasche mit dem E a u rle Cologne gesprengt und entziindet wnrde, die nun die P. iiberschuttete, und ebenfalls die alte Frau. Die P., deren Kleidern yon beiden Fliissiglteiten getrlnkt waren, verbrannte ftirchterlich, VOR ohen bis unten, und starb den folgenden Tag. Die Bedienung, deren Arnie und Gesicht am meisten gelitten haben, liegt noch gefahrlich Itrank. Oels, den 6. Juli 1853. E s ist sebr zu bedauern, dass das Gesetz gestattet, dass Lente mit Chernikalien und Arzneistoffen Iiandel treiben diirfen, welche nicht die geriugste Kenntniss von den Eigenschaften der Wirltung dieser Stoffe besitzen. Ware dem nicht so, so wiirde hier wohl nicht zwei Rlenschenleben verloren gegangen oder doch in Gefahr geliornmen w i n .
doi:10.1002/ardp.18531250243 fatcat:mlsrue2r5nhlvcyyudhp2hdfbq