Das Quecksilber und seine Gewinnung

Alois Weiskopf
1901 Angewandte Chemie  
Verfahren bei Brennereiversuchen beniitzen, wenn es sich darum handelt, durch Stlrkebestimmung in dem "unliislichen Riiclistand" der siissen Maische die procentische Menge des unaufgeschlossenen Stlrkemehls zu bestimmen. Wir halten bei derartigen Untersuchungen die neue Methode fur beyuemer und, da die Correctur fur den zugesetzten Malzauszug wegfallt, auch fur genauer als die sonst sehr gute Plfaercker'sclie Diastasemethode. [Schlzces VOI R. 437.1 111. V e r a r b e i t u n g d e r C o n d e n
more » ... g d e r C o n d e n s at i o n s p r o d u c t e . Das Condensationsproduct, welches sich im Bassin ansammelt, ist ein Schlainm, in welchem der Hauptsache nach feinvertheiltes Quecksilber, vermengt mit 1111liislichem Quecksilberoxydul, Quecksilberchloriir , ausserdem Asche , Flugstaub , thecrige Substanzen und organische Destillationsproducte sich vorfinden. Der allgemein dafur iibliche technische Ausdruck ist d i e " S t u p p ", (wciblich) wahrscheinlicli von dem siidslaviwhen Worte s t u p a herstammend, kann aber auch yon Staub abgeleitet sein. Naturgemass ist die Zusammensetzung dieser Stupp, welche man erhalt, auch von den verhutteten Erzen abhaingig. I d r i a n e r S t u p p enthalt in Proc."): Quecksilber 71,38, Eisenoxyd 1,11, Einfach-Schwefeleisen 0,94, Kalkerde 9,57, Schwefeltrioxyd 9,lO. A l m a d e n e r S t u p p enthalt'*): Quecksilber 66 als Metall, 18 als Chlorid, 1 als Schwefelquecksilber, schwefelsauren Ammoniak 3,5, Kalk 5, Schwefelsaure 2 , 5 . D i e A n a l y s e d e r K o t t e r b a c h e r S t u p p ergab"): Gesammtquecksilber 81,89, Antiniontrioxyd 4,01, Schwefelsaure 5,03, arsenige Skure 1,16, Eisenoxyd und Thonerde 4,56, iialkerde 1,53, Kupferoxyd 0,02, Magnesiumoxyd 1,OO. Die Aufarbeitung der Stupp geschieht auf niechanischem Wege durch Reiben oder Pressen des Schlammes in geeigneten Gefissen. Diese Arbeit ist fur die Bedienungsmannschaft die gefiihrlichste und bei derselben entstehen die meisten Palle \'on Quecksilbervergiftungen. Das his jetzt zweckmassigste Verfahren ist das Pressen der Stupp in der von E x e l i 17) J a n d a , Osterr. Zeitschr. f. R. und H. 1894, 16) B. und €I., Jahrbuch der Bergalraclemien 19) Wedding, Verhandl. etc. 1899, S. 207. S. 268. 1879, S. 81. ~ ~~ construirten Stuppmuhle2"). Wie aus der Zeichnung (Fig. 5) ersichtlich, ist dieselbe ein cylindrischcs Gefass, in welchem sich ein mit 4 Messerreihen von 80 imm Breitr, 8-10 mm Starke versehenes, um eine verticale Achse rotirendes Kreuz befindet. Auf dem Boden des rinnenfarmigen Gefasses sind 7 -8 feststehende hlrsscr derart nngeordnet, dass bei der Bewegung des oberen Kreuzrs dic lresser aneinander knapp vorbei gehen. Bevor die Stupp der pressenden Wirkung dieses Apparates ausgcsetzt wild, muss dieselbe mit gebranntem Kalk vermengt wrrden. Dieser Kalkzusatz hat einerseitv den Zweek, die vorhandene Feuchtigkeit des Schlammes herabzusetzen, andererseits sol1 er die harzigen und theerigen Verbindungen \Terseifen und die sauren Condensationsprodncte neutralisiren. Die derart mit Kalk praiparirte Stupp wird in die Stuppmiihle transportirt und, nachdem der Apparat in Bewegung gesetzt ist, pressen sich die Quecksilberkiigelchen aus dem Schlamm, fallen zu Boden und fliessen ails den am nntersten Tlieil der R i m e angebrachten 10 mm Durchmesser habenden Llichern heraus. Es muss darwuf gesehen werden, dass dicse LLiicher strts offen sind, dainit das Quecksilber imnier Gelegenheit hat abzufliessen. Geschieht dies nicht , dann vermischt sich das Quecksilber wieder mit der Stupp und bildet eine graue Salbe. Das aus der Stuppmiihle abfliessende Quecksilber sammelt sich in einem clarunter befindlichen Kessel, aus welchem es ausgehoben wird. Der Pressruclrstand entltiilt noch bedeutende MengenQuecksilher (15-20Proc.) und wird entweder in einer separaten Campagne verarbeitet oder den Erzen zugesetzt. Das auf die Weise gewonnene Quecksilber ist frrtiges Handelsproduct. Vorher miissen jedoch die mcchanisch daran haftenclen Verunreinigungen entfernt werden ; man presste fruhcr zu diesem Zwecke das Quecksilber durch Leder oder wandte sonst mehr oder weniger zweckmassige Vorrichtungen an. Ich habe cinen kleinen Apparat eingefiihrt, den die umstehende Zeichnung (Fig. 6) zeigt; derselbe hat seinem Zweck sowohl als Reiniger wie auch als Fiilltrichter sehr gut entsgrochen. Die Einrichtung des Fiillund zugleich Reinigungs -Trichters ist nus der Zeichnung leicht verstandlich. Wenn reines Quecksilber ausgehoben werden sol1 , wird der Trichter (a) verschlossen unter die Oberflache des Quecksilbers gedriickt. Der Verschluss wird durch Festdriicken des gut eingeschliffencn Vcntilchens ( b ) niittels der
doi:10.1002/ange.19010141904 fatcat:snr2z5uytfha5ah6plr33skz2u