A comment about the German Equine Radiology Guidelines

P Stadler, K Bemmann, E Schüle
2019 Pferdeheilkunde  
Zusammenfassung: Der Röntgen-Leitfaden (2018) stellt als Weiterentwicklung seit 1993Weiterentwicklung seit , 2002Weiterentwicklung seit und 2007 eine Empfehlung der Gesellschaft für Pferdemedizin (GPM) und der Bundestierärztekammer (BTK) als Hilfe für Tierärzte bei der röntgenologischen Untersuchung und Befundung von lahmfreien, warmblütigen Reitpferden ab dem Alter von drei Jahren im Rahmen der Kaufuntersuchung dar. Er darf nicht im Rahmen der Diagnostik und nicht zum Zwecke der Zuchtauswahl
more » ... der Zuchtauswahl verwendet werden und der Missbrauch soll eingeschränkt werden. Die Röntgenkommission ist vom Konzept der bisherigen Leitfäden erheblich abgewichen. Sie hat die Zahl der Standardprojektionen erhöht und verschiedene Befunde wegen fehlender Evidenz ganz aus dem Katalog herausgenommen. Die überhöhte Erwartungshaltung der Auftraggeber von Kaufuntersuchungen steht in deutlichem Widerspruch zu den prognostischen Möglichkeiten der Pferdemedizin. Das hat zu einer fehlerhaften Überbewertung der röntgenologischen gegenüber der klinischen Untersuchung geführt. Auch deshalb wurde auf die schulnotenähnliche Klassifizierung und die Risikoschätzung mit Prozentangaben verzichtet. Röntgenbilder mit normaler Röntgenanatomie oder Formvarianten werden mit "o.b.B" bezeichnet. Im Röntgen-Leitfaden (2018) sind ausschließlich Röntgenbefunde mit Abweichungen von der normalen Röntgenanatomie aufgelistet. Es wird eine klare Trennlinie gezogen zwischen Röntgenbefunden, bei denen ein Risiko, eine Lahmheit zu verursachen, nicht zuverlässig eingeschätzt werden kann und Röntgenbefunden, für die ein solches Risiko besteht. Am Strahlbein und an den kleinen Sprunggelenken können die Summe von nicht sicher risikobehafteten Einzelbefunden und der Gesamteindruck dennoch zu einer Einordnung in die Kategorie Risiko führen. Unklare, undeutliche oder verdächtige Befunde auf den Standardaufnahmen müssen als solche mitgeteilt werden. Sie können nur mit weiterführenden, gesondert zu beauftragenden, Untersuchungen abgeklärt werden. Ihre Bewertung erfolgt außerhalb der Kaufuntersuchung, da sie eine tiermedizinische Dienstleistung darstellt. Allenfalls die Standarduntersuchungen können vom Werkvertragsrecht umfasst sein. Schlüsselwörter: Röntgen-Leitfaden (2018), Priorität der klinischen Untersuchung, Standardaufnahmen, weiterführende Aufnahmen, Dienstvertrag/Werkvertrag, Befunderhebung, Befundbewertung, Juristischer Mangeltatbestand, keine Prognosefähigkeit A comment about the German Equine Radiology Guidelines The radiographic guidelines from the year 2018 are an advancement of the previous versions from the years 1993, 2002, and 2007 as a recommendation by the German Equine Veterinary Association (GEVA, Gesellschaft für Pferdemedizin, gpm) and the Bundestierärztekammer (BTK). These guidelines may assist veterinarians in the context of prepurchase examinations with the radiological examination and interpretation of sound Warmblood horses above the age of three years. These guidelines should not be used for lameness examinations or as breeding criteria. In this edition, the radiological committee majorly changed the concept compared to the previously published guidelines. The number of standardized radiographic projections has increased and some radiological findings are not part of the new edition due to lack of evidence based studies. Most clients of prepurchase examinations have exaggerated expectations contradictory to the prognostic prospects of equine medicine, which led to a false overestimation of the radiographic images compared to the clinical examination. Therefore, the previously applied school grading system and the percentages of risk in relation to clinical relevance were abolished. Radiographic images showing normal anatomy or slight anatomical variances had been described as "within normal limits, WNL". In the radiographic guidelines from 2018, only radiographic findings are listed. There is now a distinction between radiographic findings with unknown risk of clinical relevance and radiographic findings where the risk of future clinical significance is known. For the location of the navicular bone and the small tarsal joints, the overall impression of several mild to moderate findings can lead to the interpretation of a concluding "risk" finding. Unclear, indistinct or suspicious findings on the standard radiographs must be communicated as such. These findings can be clarified only with further examinations which have to be initiated separately. The evaluation and interpretation of these findings is not within the scope of the prepurchase examination since this represents a veterinary diagnostic service. At best, the standard radiographs may be covered by the law on contracts for specific work.
doi:10.21836/pem20190206 fatcat:jxllokjpg5djlkqocmpwnb65w4