Manfred Schrenk (Hg.) Beiträge zum Symposion CORP´96 ,QWHUSRODWLRQQYRQQ%RGHQSUHLVREHUIOlFKHQQIUUGLHH6WDGWW6DO]EXUJ

Computergestützte Raumplanung, Ulfkk'xpiduwk
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Das Geschäft mit Grund und Boden dürfte wohl eines der undurchsichtigsten sein. Für viele Menschen stellen Berichte in den Medien die einzige Informationsquelle dar. Häufig sind diese Informationen aber so allgemein und zudem auf nur wenige Punkte in der Stadt beschränkt, daß es selbst für Experten nicht einfach sein dürfte, sich die den Verkaufsvorgängen zugrunde liegende Bewertungstopographie von Verkäufern bzw. Käufern vorzustellen. Bei einem Anwender-Hearing "Bodenpreiskarten" am 19.6.1995
more » ... rten" am 19.6.1995 im SIR (Salzburger Institut für Raumplanung und Wohnen) wurden von den geladenen Experten aus der Immobilienbranche und der öffentlichen Verwaltung bessere Informationen über Grundstückspreise und Bodenmarkt als "sehr wichtig" (12 Stimmen) oder zumindest "wichtig" (8 Stimmen) bewertet (SIR 1995). In noch höherem Ausmaß kann dieser selbst bei Experten vorhandene "Orientierungsnotstand" bei Privatpersonen, die-wenn überhaupt-wohl nur einmal im Leben mit dem Verkauf bzw. dem Erwerb eines Grundstückes konfrontiert sind, angenommen werden. Unter diesen Umständen erscheinen Bodenpreiskarten besonders geeignet, hier Orientierungs-und Entscheidungshilfe zu bieten. Insbesondere wird durch solche Kartenwerke, die idealerweise für die Öffentlichkeit zugänglich sein sollten, eine Art "Gleichheit der Waffen" zwischen Privatpersonen und den im allgemeinen durch informelle Informationsvorsprünge bevorzugten Experten hergestellt. Darüber hinaus ist die Erstellung von Bodenpreiskarten mittels räumlicher Interpolation an die Konstruktion von Bodenpreisoberflächen geknüpft. Das ermöglicht einerseits die Analyse von zeitlicher und räumlicher Veränderung in der Bewertungstopographie der Bürger dieser Stadt, andererseits können auch andere räumliche Inwertsetzungen, wie beispielsweise Wohnsitzpräferenzen oder Cityfunktionalität, auf Zusammenhänge mit aktuellen und vergangenen Bodenpreisen untersucht werden. $5b80/,&+((%(6&+5(,%81**9211%2'(135(,6(1181"*581'67h&.60$5.7 Im Sinne einer besseren Information über Bodenpreise und Grundstücksmarkt werden seit einigen Jahren vom Amt für Statistik der Stadt Salzburg alljährlich entsprechende Daten publiziert. Der Erkenntnisgewinn durch eine solche im wesentlichen a-räumliche Beschreibung von Grundstückstransaktionen ist allerdings begrenzt. Dies gilt vor allem dann, wenn nur wenige Parameter für die Beschreibung der Verkäufe bzw. der erzielten Bodenpreise herangezogen werden. Insbesondere der beliebte arithmetische Mittelwert ist, für sich alleine genommen, ein geradezu klassisches Mittel, um über Bodenpreise zu desinformieren. Bei Bodenpreisdaten eigentlich immer vorhandene Extremwerte, die durch Verkäufe aus Innenstadtbereichen oder anderen Hochpreisgebieten verursacht werden, schwächen seine Fähigkeit, sozusagen einen "mittleren" Bodenpreis zu repräsentieren, entscheidend ab. In Salzburg klaffen beispielsweise für das Jahr 1991 das arithmetische Mittel und der Median der Bodenpreise um rund 2.000 Schilling auseinander. In den darauf folgenden Jahren war in den innenstadtnahen Bereichen eine ausgesprochene Flaute auf dem Grundstücksmarkt zu verzeichnen. Daraufhin "stürzte" das arithmetische Mittel binnen zweier Jahre um mehr als 1.000 Schilling ab, was von manchen "Experten" und in den Medien als ein Rückgang der Bodenpreise in der Stadt Salzburg vermerkt wurde. Die Analyse der Bodenpreisoberflächen 1991 und 1994 zwingt zu einer, vorsichtig formuliert, Relativierung dieser Einschätzung. Neben Gebieten, in denen der Bodenpreis tatsächlich unter das Niveau von 1991 fiel, beispielsweise im Innenstadtbereich, stehen flächenmäßig wesentlich ausgedehntere Gebiete mit einem absoluten Wertzuwachs. Wesentlich interessanter in Hinblick auf die Interpolation von Bodenpreiskarten sind Informationen über die Anzahl der verkauften Grundstücke bzw. Grundstücksteile. Aus statistischen Gründen muß eine Mindestanzahl von etwa 300 verkaufter Parzellen/Parzellenteile gegeben sein.
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