Beiträge zur Analyse des Johannisbeersaftes

E. West
1908 European Food Research and Technology  
Mitteilung aus dem St~dtischen Untersuchungsamt zu 1~ot~erdam. In der Literatur der letzten Jahrzehnte land ich nur sehr spiirliche Angaben fiber die Untgrsuchung yon frischem unvergorenem Johannisbeersaft, einem in den holl/in -~ dischen Haushaltungen viel gebrauchtem Fruchteaft, der in grol]en Mengen fabrik-mi~i]ig hergeetellt wird. lch glaube deshalb, da~ es von praktischem Interesse sein wird, wenn ich einige Erfahrungen mitteile, die bei Untersuchungen im hiesigen stfidtischen Laboratorium
more » ... ischen Laboratorium gemacht Worden sind. Die Kleinhiindler und auch d!e K~ufer pflegen hier immer mehr einen bestimmten Gehalt an Trockensubstanz im Johanfiisbeersaft zu fordern. Eine Anzahl yon Fabriken gibt auch diesen Gehalt als sogenannten "Extrakt-Gehalt" auf den Etiketten ihrer Siifte an. Es ist daher erforderlich, da~ dieser ExtraktgehMt Bach einem genau feetgelegten Verfahren bestimmt wird. Bei der Bestimmung der Trockensubstanz sind bekanntlich auf die Ergebnisee besondere von Einflul] : 1. Die Temperatur, bei der getrocknet wird, 2. die Dauer des Troeknens, 3. die Art der Trocknung --ob porSse Stoffe ale Aufeaugungsmittel der F1/iesigkeit, welche getrocknet werden soll, verwendet werden oder nicht --und, 4. wenn Aufsaugungsmittel verwendet werden, das Verh/iltaie der Mcnge des Aufsaugungsmittels zur Menge des Saftes. :Es ist daher wfinschenswert, dai~ entweder eine bee~immte Arbeiteweise feet.gelegt oder dal~ zur Beurteilung'des Extraktgehaltee ein anderer Ma~stab gewiihlt wird, •ler yon den genamlten Faktoren unabh~ngig let, uad dieser Mal~stab diirfte vielleicht alas spezifische Gewicht des Saftes sein. Aus diesem Grunde stellte ich Versuche dariiber an, wie eich beim Johannie-beersaf~ das Verh~iltnis zwischen dcm Trockensubetanzgehalt und dem spezifischen Gewicht stellt. Die Trockensubstanz beetimmte ich Bach folgendem Verfahren: 5 g Salt wurdea mit etwa 25 g ausgegliihtem Sand in einem Schiilchen w~hrend 2 Stunden auf dem kochenden Wasserbade und darauf im Trockenschranke 1/~ Stunde auf 105 o C erhitzt. I~ach der Abkiihlung im ]~xsikkator wurde cler Rfickstand gewogen. Von 158 Proben k/iuflichen Johannisbeersaftes wurde auf diese Weise der Gehalt an Trockeneubstanz bestimmt und gleichzeitig auch das spezifische Gewicht ~ei 15 o C mittels der Westphal'schen Wage ermittelt. Durch die 6rtlichen VerhMtnisse bekam ich besonders oft einen Saft mit 7,50/0 Trockeneubstanz zur Untersuchung und konnte ich in der grol]en Mehrzahl dieser F~lle feststellen, dal] due spezifische Gewicht innerhalb enger Grenzen um 1,036 schwankte. kusgehend yon der Vorauseetzung, dal] ein Extraktgeha]t yon 7,5°/o und das spezifisehe Gewicht 1,036 zusammengehSren, stellte ich folgende Berechnung an: 1. Welches Volumen nimmt 1 g Trockensubstanz in der Fliissigkeit ein? Bei ¢inem Gehalt yon 7,5°/0 Trockensubetanz wiegen 100 ccm Saft 103,6 g; es sind in 100 ccm Salt also 7,5 ~ 1,036 g ~---7,77 g Trockeneubstanz und demnach 103,6 38 ~
doi:10.1007/bf02018988 fatcat:pybaegbp2nbfrklsdjcispmpbq