Biomechanik der dorsalen dynamischen Stabilisierung [thesis]

Christoph Schilling, Universitätsbibliothek Der FU Berlin, Universitätsbibliothek Der FU Berlin
2014
Das Ziel der dorsalen dynamischen Stabilisierung zur Behandlung von degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen ist, das versorgte Segment in einen physiologischen Bewegungsumfang zurückzuversetzen, um einer Anschluss- segmentdegeneration vorzubeugen und ein Fortschreiten der Degeneration in der augmentierten Bandscheibe zu verlangsamen. Zwei Implantatgruppen haben sich daraus entwickelt: pedikelschraubenbasierte dynamische Stabilisierungssysteme und interspinöse Implantate. Für beide Gruppen gibt
more » ... eine Vielzahl von Implantaten aus unterschiedlichen Materialien und Design-ausführungen. Beide Implantatgruppen werden für ein großes, aber nicht wesentlich unterschiedliches Indikationsspektrum eingesetzt. Aus klinischer Sicht hat sich für beide Implantatgruppen bis heute nicht gezeigt, für welche Art von Indikationen sie gegenüber Standardoperationsverfahren überlegen sind und ob die postulierten Ziele erreicht werden. Klinische Studien mit hoher Evidenz fehlen. Es entsteht der Eindruck, dass der klinische Einsatz rein empirisch ist, ohne genau zu verstehen, was die einzelnen zur Verfügung stehenden Implantatvarianten aus biomechanischer Sicht in der Lage zu leisten sind. Dies spiegelt sich in den vergleichsweise hohen Komplikationsraten dieser Systeme wider. Obwohl es biomechanische Studien zu einzelnen Vertretern dieser Implantatgruppen gibt, bleiben Fragen zur generellen Wirkungsweise der beiden Implantatgruppen offen, um detailliert die designbedingten biomechanischen Auswirkungen der Systeme zu verstehen. Es fehlt ein differenzierteres Bild über den möglichen klinischen Einsatz solcher Systeme. Damit könnten die Implantate zielgerichtet, den klinischen Bedürfnissen entsprechend, entwickelt und eingesetzt werden. Darüberhinaus fehlen Grundlagen, die es ermöglichen, eine physiologisch relevante präklinische Testung für diese Systeme zu gewährleisten, um die klinische Sicherheit der Produkte zu verbessern. Daraus ergaben sich die Arbeitsschwerpunkte dieser Arbeit. Mittels In-vitro-Testung wurden die designspezifischen [...]
doi:10.17169/refubium-8210 fatcat:utl7gnt2brgotc257u37w746jm