Monitor Unternehmensfinanzierung Unternehmensfinanzierung & Konjunktur in Deutschland

Jan Autoren, Schildbach, Heiko Peters, Jan Schildbach
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Unternehmensfinanzierung Starker Jahresbeginn im Kreditgeschäft. Nach den Enttäuschungen im zweiten Halbjahr 2014 verzeichnete die Kreditvergabe in Q1 2015 ein kräftiges Plus. Gegenüber Dezember stieg das Kreditvolumen mit Unternehmen und Selbst-ständigen um 0,8%-der stärkste Start in ein Jahr seit 2001. Verglichen mit dem Vorjahr ergibt sich ein Zuwachs von 1,3%, getragen im Wesentlichen von einer moderaten Belebung bei den langfristigen Ausleihungen. Zudem beruhte das Quartals-Wachstum auf
more » ... als-Wachstum auf einer breiten, soliden Basis. Im Verarbeitenden Gewerbe schnitt die Kernbranche Maschinenbau/Auto besonders stark ab, auch mit dem Dienstleistungssektor und den Selbstständigen gab es einen Anstieg. Sämtliche Bankengruppen profitierten mit Wachstumsraten von mindestens 1% gegenüber Vorquartal vom Aufschwung; bis auf die Landesbanken, die aber auch noch leicht expandierten. Schärferer Wettbewerb unter den Banken übte Druck auf die Margen und übrigen Kreditkonditionen aus, während das Zinsni-veau einmal mehr auf ein neues Allzeittief rutschte. Das Einlagenvolumen stag-nierte im Großen und Ganzen. Bei den alternativen Finanzierungsquellen schnitten Commercial Paper und das Leasinggeschäft im ersten Quartal gut ab, während die Emission von Unter-nehmensanleihen unter Durchschnitt blieb. Die Ausgabe von Aktien fiel auf ei-nen neuen Tiefstand. Konjunktur Revision der BIP-Prognose 2015 auf 1,6%, aber robustes zugrundeliegendes Wachstum. Die deutsche Wirtschaft wuchs im ersten Quartal mit nur 0,3% gg. Vj. schwächer als erwartet und schwächte sich gegenüber dem starken Wach-stum im vierten Quartal ab (+0,7% gg. Vq.). Alleiniger Wachstumstreiber war die Binnenwirtschaft. Der private Konsum expandierte weiter kräftig, begünstigt durch den niedrigen Ölpreis, die positive Arbeitsmarktentwicklung und die hohe Nettozuwanderung. Die Bruttoinvestitionen waren insgesamt wachstumsneutral, da der Lagerabbau den Anstieg der Bruttoanlageinvestitionen kompensierte. Die Bau-und Ausrüstungsinvestitionen legten zu. Vom Außenhandel kamen im ersten Quartal negative Wachstumsimpulse. Durch diesen schwachen Start ins Jahr haben wir kürzlich unsere BIP-Prognose für das Jahr 2015 auf 1,6% gesenkt, was dem Wachstum des Vorjahres ent-spricht. Die zugrundeliegende solide binnenwirtschaftliche Wachstumsdynamik sehen wir aber weiter als intakt an. Alleiniger Wachstumstreiber dürfte 2015 die Binnenwirtschaft sein. Der private Konsum dürfte mit etwas mehr als 2% so stark wie seit 3 Jahren nicht mehr wachsen. Die Ausrüstungsinvestitionen dürften sich 2015-hauptsächlich in der Form von Ersatzinvestitionen-moderat erholen. Bauinvestitionen dürften dank eines dynamischen Wohnungsbaus solide wachsen. Die Nettoexporte werden wohl wachstumsneutral sein.
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