Literatur als Ort zwischen Heimat und Exil : Der Fall Ingeborg Bachmann

Kyoko TOKUNAGA
2005 Osutoria bungaku  
Image einer Wienerin, da sie dort ausfuhrlich Wiener Stadtbild und Mentalittit beschreibt. Sie ist jedoch Karntnerin und wuchs in Klagenfurt auf. Mit neuqzehn suchte sie sich aus StudiengrUnden immer wieder neue Wohnsitze. Nach jeweils einem Semester in Innsbruck und Graz landete sie endlich in ihrer "Traumstadt Wien"'. Der Weg von Klagenfurt nach Wien war ihr vielleicht sehr lang, so wie der Semmeringtunnel der mannlichen Hauptfigur in "Der Fall Franza" "als der Itingste der Welt erschienen
more » ... Welt erschienen war"2. Trotz der sechs Wiener Jahre ist aus ihr keine "echte Wienerin" geworden, sie zog weiter in andere Stadtewie die aus Klagenfurt stammende Protagonistin in "Drei Wege zum See", die mit "Fernfieber"3 "abfuhr, reiste und immer weiter reiste"". Es gibt viele Stellen in den Werken der reisenden Autorin Bachmann, die sowohl von "Heimweh" als auch von "Fernweh" stark gepragt sind. Im ersten Kapitel werden die Selbstaussagen Bachmanns Uber ihre Heimat vorgestellt, in denen ihre Ha31iebe klar zum Ausdruck kommt. Im zweiten Kapitel wird gezeigt, wie oft sie ihre W6hnorte gewechselt hat, so oft, daB sie sich selbst wie eine "Exilierte" empfindet. Weiters wird die Frage -gestellt, ob es legitim ist, die freiwillig "ExilierteT' Bachmann mit echten Exilierten zu vergleichen. Im dritten Kapitel werden die literarischen Orte ins Zentmm genickt, die in Hinblick auf U-topoi besprochen werden.
doi:10.20553/austriabungaku.21.0_a1 fatcat:cimxu4oprrdefhcywvvgqcbclu