Das Wirtschaftsimperium der ethnisch-chinesischen Unternehmer in Südostasien zwischen Kontinuität und Wandel

Thomas Menkhoff
2002
Autor(en): Menkhoff, Thomas Objekttyp: Article Zeitschrift: Asiatische Studien : Zeitschrift der Schweizerischen Asiengesellschaft = Études asiatiques : revue de la Société Suisse-Asie Band (Jahr): 56 (2002) Heft 1 Persistenter Link: http://doi.org/10.5169/seals-147567 PDF erstellt am: 12.09.2021 Nutzungsbedingungen Die ETH-Bibliothek ist Anbieterin der digitalisierten Zeitschriften. Sie besitzt keine Urheberrechte an den Inhalten der Zeitschriften. Die Rechte liegen in der Regel bei den
more » ... ebern. Die auf der Plattform e-periodica veröffentlichten Dokumente stehen für nicht-kommerzielle Zwecke in Lehre und Forschung sowie für die private Nutzung frei zur Verfügung. Einzelne Dateien oder Ausdrucke aus diesem Angebot können zusammen mit diesen Nutzungsbedingungen und den korrekten Herkunftsbezeichnungen weitergegeben werden. Das Veröffentlichen von Bildern in Print-und Online-Publikationen ist nur mit vorheriger Genehmigung der Rechteinhaber erlaubt. Die systematische Speicherung von Teilen des elektronischen Angebots auf anderen Servern bedarf ebenfalls des schriftlichen Einverständnisses der Rechteinhaber. Haftungsausschluss Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr für Vollständigkeit oder Richtigkeit. Es wird keine Haftung übernommen für Schäden durch die Verwendung von Informationen aus diesem Online-Angebot oder durch das Fehlen von Informationen. Dies gilt auch für Inhalte Dritter, die über dieses Angebot zugänglich sind. Ein Dienst der ETH-Bibliothek ETH Zürich, Rämistrasse 101, 8092 Zürich, Schweiz, www.library.ethz.ch 94 Thomas Menkhoff fiebers und Ernüchterung hinsichtlich Vorstellungen schier grenzenloser Wachstumsprozesse führten, stellt eine deutliche Zäsur für ethnisch-chinesisches Wirtschaftshandeln in der Region dar. Marktkritiker sind überzeugt, dass das Debakel ganz deutlich die Schattenseite der Globalisierung bzw. unkontrollierter globaler Marktkräfte aufgezeigt hat. Andere halten es dagegen für unangebracht bzw. irreführend, die Krise als Beweis für den "Misserfolg" des globalen Kapitalismus zu interpretieren.4 Treffender wäre es, die Asienkrise als Indikator dafür zu interpretieren, dass der Kapitalismus auf globaler Ebene bislang noch nicht optimal organisiert ist. Laut Madison hat der temporäre Wirtsschaftsabschwung in Asien viele positive Wirkungen gezeitigt, in dem er gewisse Defekte im Unterbau der asiatischen Volkswirtschaften aufgezeigt hat, die er wie folgt zusammenfasse5 [...] poor regulation ofthe economy, lack of transparency in government bookkeeping, a corporate culture that valued neither financial transparency nor stockholder accountability, insider trading, low productivity and inefficient use of capital and labor, industries run less for the sake of turning a profit than for enhancing the power of their directors, over-reliance on export in relation to domestic consumer spending, over-guaranteed and under-regulated banks, soft bank lending practices and a dysfunctional relation to capital, even outright fraud on the part of major banks and financial institutions, opaque systems of cross-ownership, an incestuous relation between governments, banks and highly indebted companies (e.g. South Korea's chaebols), nepotism, cronyism, influence-peddling, and corruption, a reluctance on the part of the governments to let large floundering companies go bankrupt, a failure, even, to have properly designed bankruptcy laws, labour market rigidity, a lack of democratic openess, an over-reliance on technocratic elites and a lack of social safety-nets. Die obengenannten "Defekte" haben negative Implikationen für die Reputation des ethnisch-chinesischen Unternehmertums im asiatisch-pazifischen Raum und deren Marktkulturen6, die neben makroökonomischen, historischen und politischen Variablen zentrale Antriebskräfte des rapiden wirtschaftlichen Aufstiegs dieser Region darstellen. Die Entwicklungen in Asien in den Jahren 1997-1999 bieten eine günstige Gelegenheit, sich näher mit den Auswirkungen der Krise und damit verbundener Wandlungsprozesse auf das chinesische Unternehmertum in der Region zu befassen. Eine solche Agenda erfordert es, liebgewordene Vorannahmen über die Stärke und kulturelle Einzigartigkeit des sogenannten chinesischen Kapitalismus, chinesischer Netzwerke und unternehmerischer Handlungsstra-4 Madison 1998. 5 Madison 1998:5. 6 Backman 1998.
doi:10.5169/seals-147567 fatcat:agpkqpkuizfhnln7ixxjjuy26u