Notiz über die Nichtexistenz des Crotonins

Fr. von Weppen
1849 Justus Liebig s Annalen der Chemie  
254 Wepp en, Noliz fiber die Nichtexistms des Crotonins. Mischung von chlorsauretn Kali und Salzsaure digerirt , so wird dieselbe rasch in Chloranil verwandelt , ohne dafs hierbei gleichzeitig Clilorpikrin entsteht. Leitct inan ciiien Strom von Chlorgas durch eine heifs gesiiltigte Losung von Anilsaure, so wird die Saure leicht angcgiiffen und bei einer tnchrere Titge forlgeselzten Einwirkung verwandelt sich dieselbe vollstantlig in Chloranil. Beim Kochen von Anilsaure tiiit einem Uebcrschufs
more » ... einem Uebcrschufs von unterchlorigsaurem Kalk bildet sich kein Chlorpikrin und die Losung nimmt eine dunkelbraune Furbe an. Durch SPtligen der Losung mit Salzsaure scheiden sich einige Flocken ab, die sich zu eineni unkrystallisirbaren Harz vereinigen. Die Einwirkung von Chlor bietrt dalier ein einfitclies Mittel dar, um Anilsaure yon Pikrinsalpeterslure , Oxypilrrinsaure oder ChrysamtninsEure zu unterscheiden nnd eine Beirnengung von selbst geringen Mengeii dieser SPuren zu entdecken, indem die Gegenwart der kleinsten Wenge derselben durcli die augenblickliche Bildung von Clilorpikrin angezeigt wird. -Nach der Vorschrift von B r a n d e s sol1 zur Darstellung des Crotonins vom Crotonsainen eiu Auszug mit Alkohol bereitet, der Alkohol griifstentheils deslillirl und tler Aiickstand tnit Wasser iind Magnesia gukocht werden. Der Niederschlag wird dann init Alkohol ausgezogen, iiach dessen Filtration beim Verdunsten das Crotonin krystallisirt. Diese gewonnenen Krystalle reagiren zwar alkalisch, aber sie lassen sich auf Platinblech niclit vollstatidig verbrennen und iieutralisiren Siiuren nicht. Digerirt nian dieselben init verdunnter SchweTelAure , so scheidet sich auf der Oberflache eine ulige
doi:10.1002/jlac.18490700213 fatcat:u5ph7n6blfdnrfuhdtbreozzsi