Beiträge zur Physiologie des Glykogens

Joseph Nerking
1900 Pflügers Archiv: European Journal of Physiology  
Zur quantitativen Bestimmung des Glykogenes in thierischen Geweben wird vorzugsweise die yon B r t~ c k e-K tilz herriihrende Aufschliessung mit Kalilauge angewandt. Reine GlykogenlSsungen werden nun durch Kochen mit Kalilauge zersti~rt und hangt diese Zersti~rung mehr oder weniger auch ab yon der li~ngeren oder ki]rzeren Kochdauer. Methodische u fiber den Einfluss, den Kochdauer und Concentration der angewandter~ Kalilauge auf das in den Organen vorhandene Glykogen ausi:~bt, sind meines
more » ... sind meines Wissens noch nicht mit wiinschenswerther Genauigkeit angestellt worden und ich unternahm es desshalb auf Veranlassung yon Herrn Professor P fl iig e r, durch eine Reihe yon Versuchen diese Frage zu 15sen. Die Vorscbrift, wie sie gewShnlich angewandt und auch yon H a m m a r s t e n noch in der neuesten Auflage seines Lehrbuches der physiologischen Chemie angegeben wird, besagt auf je 100 g Organ 4 g KOH und 400 g H~O zu nehmen und einige Stunden bis zur Liisung zu kochen. Eine vollkommene LSsung findet nun i~berhaupt nicht statt, es scheidet sich beim Kochen stets ein Ki~rper in Flocken ab, dessert Menge bei weiterem Kochen nicht etwa ab-, sondern im Gegentheil zunimmt. Wann die L5sung als vollkommen betrachtet werden soll, bleibt also vollkommen dem Ermessen des Experimentators anheimgestellt. Ich habe den beim Kochen sich abscheidenden flockigen KSrper bei Pferdefleisch einmal untersucht und land ihn stickstoffund schwefelhaltig, zum grossen Theile~ wenn auch schwer und langsam, in kiinstlichem Magensafte verdaulich und wenig Asche enthaltend. Die Zeit, die nothwendig ist, um eine LSsung des Organes --so weit man eben yon LOsung sprechen kann --herbeizufahren, hiingt ganz und gar ab yon der Thiergattung und dem Alter der Thiere. Pferdefleisch muss oft 16--20 Stunden mit der
doi:10.1007/bf01662811 fatcat:le2wf2zo4feivisv2dleef72fa