Bodily Continuity and Personal Identity

Stefaan Cuypers
1960 Cf. Peter F. Strawson, Individuals. An Essay in Descriptive Metaphysics   unpublished
Mit diesem Aufsatz möchte ich in erster Linie die Diskussion zur personalen Identität in der analytischen Philosophie vorstellen. Im besonderen möchte ich verständlich machen, inwiefern diese Debatte auf eine Aporie hinausläuft, für die im Rahmen der analytischen Philosophie bislang keine angemessene Lösung gefunden wurde. I. Ein Bericht in der Morgenzeitung: "Brutaler Mord in Berlin! Identität von Opfer und Täter unbekannt." Woher wissen die Kriminalisten, daß ein Verdächtiger ein und dieselbe
more » ... er ein und dieselbe Person wie der Täter ist? Und wie stellen die Gerichtsmediziner die Identität des Opfers fest? Um derartige Identitätsprobleme zu lösen, beruft sich die Polizei auf Identifikationsverfahren und Identitätstests. Das Gericht bestimmt die Identität einer Person anhand von Erkennungszeichen wie der Ähnlichkeit mit einem Phantombild, Wiedererkennung einer Stimme am Telefon, Personalausweis, Blutgruppe, Fingerabdruck, Narbe, Geburtsmal, Gebißform, usw. Solche Verfahren setzen natürlich in jedem Fall Anhaltspunkte voraus, und einige Methoden sind kaum verläßlich. Äußerliche Ähnlichkeit, das alltägliche Erkennungszeichen, kann zum Beispiel zur Verwechslung von Personen führen. Denn mein Doppelgänger und ich sind zwar qualitativ identisch, sind Personen, die einander gleichen wie zwei Wassertropfen; wir sind jedoch nicht numerisch identisch oder ein und dieselbe Person. Woher wissen nun die Kriminalbeamten mit Sicherheit, daß ein Verdächtiger wirklich der Täter ist, daß Person A mit Person B numerisch identisch ist? Person A kann niemand anders als Person B sein, wenn A und B körperlich identisch sind; und der Körper von A ist mit dem von B numerisch identisch, wenn zwischen den beiden Körpern eine Beziehung raumzeitlicher Kontinuität besteht. 1 Verfolgt man die Stadien des Körpers von A 'rückwärts gerichtet' durch Raum und Zeit, so ergäbe sich, wenn es sich fotografieren ließe, ein kontinuierliches Filmstück mit dem Körper von B auf dem letztem Bild. Verwechslungen von Körpern und somit von Personen sind ausgeschlossen, weil menschliche Körper sich nicht aufspalten oder miteinander verschmelzen; außerdem können sie nicht an zwei Stellen zugleich sein. Genau wie andere physische Objekte ist der besondere Körper einer Person dem raumzeitlichen Koordinatensystem eindeutig eingeschrieben. 2 Wir wissen daher mit Sicherheit, daß "Anna Anderson" dieselbe ist wie "Prinzessin Anastasia, die überlebende Tochter von Zar Nikolaus, dem Zweiten", wenn beide Personen körperlich identisch sind. Ist personale Identität demnach nichts anderes als körperliche Identität? Ist eine Person lediglich ein physisches Objekt? Um übereilten Reaktionen zuvorzukommen, müssen zwei Fragen bezüglich der numerischen Identität von Personen durch die Zeit hindurch deutlich voneinander unterschieden werden. Erstens (1) die epistemologische Frage: Wie wissen wir, daß diese Person heute dieselbe ist wie jene Person in der Vergangenheit oder in der Zukunft? Dies ist eine Frage nach den Kriterien personaler Identität; sie bilden die Beweisgründe, die wir für personale Identität haben, und 1 Cf.
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